Niedrigwasser am Rhein Ende November bei Karlsruhe (Foto: picture alliance/Uli Deck/dpa)

Regen lässt Heizölpreise sinken

Thomas Braun / mit Informationen von Jürgen Rinner   06.12.2018 | 20:07 Uhr

Monatelang kannten die Heizölpreise aufgrund des Niedrigwassers im Rhein nur eine Richtung: nach oben. Der Regen in den letzten Tagen brachte etwas Entspannung bei der Versorgungssituation und damit auch bei den Preisen. Für eine dauerhafte Verbesserung wäre aber noch deutlich mehr Regen nötig. Zudem muss man die Entwicklung der Ölpreise am Weltmarkt im Auge behalten.

Das Niedrigwasser des Rheins hatte den Schiffsverkehr fast zum Erliegen gebracht. Aktuell hat sich die Situation etwas entspannt. Die Schiffsanleger am Rhein bei Mannheim liegen nicht mehr auf dem Trockenen. Die Pegelstände sind merklich gestiegen, und die Schiffe können wieder mit 80 Prozent Ladung fahren. Das entspannt auch die Versorgungssituation im Südwesten - aber nicht sofort, weil die Lagerbestände noch niedrig sind.

Heizöl 20 Cent günstiger als vor einem Monat

Derzeit kostet der Liter Heizöl im Saarland bereits 20 Cent weniger als noch vor einem Monat. Mit 76 Cent ist der Preis aber immer noch zehn Cent teurer als in Hamburg.

Erneute längere Trockenphasen könnten die Situation am Rhein zudem wieder verschärfen. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde hat errechnet, dass für eine anhaltende Verbesserung der Fahrwassertiefe alleine bis in die erste Januarwoche im gesamten Rheingebiet von den Alpen bis zum rheinland-pfälzischen Kaub Regenmengen von mindestens 250 Litern pro Quadratmeter nötig werden. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Regenmenge etwa in Mannheim liegt pro Jahr bei 650 bis 700 Litern pro Quadratmeter.

Wie entwickelt sich der Weltmarkt?

Video [aktueller bericht, 06.12.2018, Länge: 2:45 Min.]
Wie geht es weiter mit dem Ölpreis

Eine Rolle bei der weiteren Preisentwicklung spielt auch der Rohölpreis auf dem Weltmarkt. In Wien berät die OPEC über eine Kürzung der Fördermenge. Am Freitag wird mit einer Entscheidung gerechnet. Dass es danach zu einem deutlichen Preisanstieg kommt, erwartet Hans-Jürgen Funke vom Verband für Energiehandel allerdings nicht. "Wir haben nach wie vor große Fördermengen aus den USA, und auch die Nachfrage insgesamt auf dem Weltrohölmarkt dürfte eher verhalten laufen aufgrund der eher schwächeren Weltkonjunktur", sagte Funke. "Insofern erwarten wir einen gut versorgten Weltölmarkt und erwarten damit auch moderate Preise für den Verbraucher. Und das wird sich auch auf den Heizölmarkt auswirken."

Saarländern, die derzeit noch genug Heizöl haben, empfiehlt er, mit dem Nachtanken bis ins neue Jahr zu warten. Wer allerdings bald auf dem Trockenen sitzt, sollte unbedingt noch vor den Feiertagen seinen Heizöllieferanten kontaktieren.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht im SR Fernsehen vom 06.12.2018 berichtet.

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