Eine Hand greift zum Heizungsthermostat (Foto: dpa/Ole Spata)

Schlecht fürs Klima: Energieverbrauch steigt

Michael Schmitt – mit Informationen von dpa   04.10.2018 | 11:16 Uhr

Die Deutschen haben 2017 zum dritten Mal in Folge mehr Energie fürs Wohnen benötigt. Für Wärme, Warmwasser, Beleuchtung und Elektrogeräte verbrauchten sie 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Einsparziele bis 2020 werden wohl nicht erreicht.

Interview: "Mit seinem individuellen Verhalten kann man vieles beeinflussen"
Audio [SR 3, Karin Mayer sprach mit Reinhard Schneeweiß, 04.10.2018, Länge: 04:30 Min.]
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Mit einem Verbrauch von 679 Milliarden Kilowattstunden für Wärme, Warmwasser, Beleuchtung und Elektrogeräte verfestigt sich 2017 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ein Trend. Während der Energieverbrauch privater Haushalte zwischen 2000 und 2014 deutlich zurückgegangen war, habe er seither wieder stetig zugenommen und nun fast das Niveau von 2010 wieder erreicht.

Besonders stark erhöhte sich 2017 der Gasverbrauch. Er stieg um 5,7 Prozent auf 281 Milliarden Kilowattstunden. Die Nutzung von Mineralöl ist hingegen um 3,6 Prozent gesunken.

Mehrere Gründe für Anstieg

Für den Anstieg gibt es laut der Behörde mehrere Gründe: So habe die Bevölkerung in Deutschland zugelegt und ebenso der Anteil der kleinen Haushalte, in denen im Vergleich mehr Energie pro Kopf anfällt. Auch war der Anreiz, Energie etwa durch weniger Heizen zu sparen mit den zuletzt niedrigen Gaspreisen gering.

Wärmemonitor 2017: Verbrauch stagniert

Zu einem ähnlichen Ergebnis wie das Statistische Bundesamtes kommt der „Wärmemonitor 2017“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Studie wertet den Heizverbrauch vermieteter Mehrfamilienhäuser aus. Dabei zeigte sich, dass der Heizenergieverbrauch auf dem Niveau von 2010 stagniert.

Im Saarland ging der jährliche Energiebedarf 2017 zwar leicht zurück, er lag mit 133 Kilowattstunden je Quadratmeter Wohnfläche aber immer noch höher als 2015. Auch verbrauchten die Saarländer mehr als im bundesweiten Durchschnitt (125,97 Kilowattstunden).

Heizkosten sind gesunken

Trotz des stagnierenden Verbrauchs sind die durchschnittlichen Heizkosten zwischen 2015 und 2017 gesunken. So musste im Saarland 2017 noch 9,44 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche fürs Heizen bezahlt werden, mehr als ein Euro weniger als noch 2015.

Das ursprüngliche Ziel der Bundesregierung war es, den Wärmebedarf von Gebäuden bis 2020 gegenüber 2008 um 20 Prozent zu reduzieren. Das wird nach DIW-Angaben bei den betrachteten Mehrfamilienhäusern deutlich verfehlt. Denn dafür müsste der Verbrauch noch um weitere 16,5 Prozent sinken.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 04.10.2018 berichtet.

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