Winterberg-Klinikum Saarbrücken (Foto: Klinikum Saarbrücken gGmbH)

Klinikum Winterberg rüstet sich für Energieengpässe

mit Informationen von Herbert Mangold   15.07.2022 | 20:01 Uhr

Das Thema Energieknappheit beschäftigt auch das Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg. An verschiedenen Stellen konnte der Energieverbrauch bereits deutlich reduziert werden. Weitere Maßnahmen seien allerdings nur schwer möglich.

Ein Krankenhaus wie der Saarbrücker Winterberg ist ein Energiefresser: Tausende von technischen Geräten im Operationssaal oder in der Röntgenabteilung funktionieren ohne Strom nicht. Dazu kommen noch Lüftung, Heizung und Licht. Insgesamt verbraucht die Klinik mit ihren 5000 Räumen so viel Energie wie eine Kommune mit rund 2000 Einwohnern. Das kann angesichts der aktuellen Lage so nicht weitergehen.

Um Energie zu sparen, wurden bereits verschiedene Maßnahmen getroffen: die Installation moderner Lampen, eine Absenkung der Temperaturen in den Krankenzimmern auf 22 Grad, den Büros auf 20 und in den übrigen Gebäudeteilen auf 18 Grad. 1430 Megawatt Stunden pro Jahr lassen sich so einsparen – was dem Verbrauch von 50 Einfamilienhäusern entspricht.

Video [aktueller bericht, 15.07.2022, Länge: 03:43 Min.]
Wie will das Winterberg-Klinikum Energie sparen?

Verschiedene Sparmöglichkeiten

Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, wie der technische Leiter des Winterberg-Klinikums, Ingo Friedrich, weiß: „Zum Beispiel bei der Entlüftung der Bäder. Die sollen mit einer achtfachen Luftwechselrate fahren. Das heißt, acht Mal in der Stunde wird die Luft ausgetauscht. Das ist nachts nicht notwendig. Da reichen zwei oder dreifache Luftwechselrate locker.“

Auch bei der Dampfproduktionsanlage im Untergeschoss wird gespart. Im Jahr braucht das Klinikum rund 2000 Tonnen energiereichen Dampf, der mit Erdgas erzeugt wird. „Wir haben jetzt durch akute Maßnahmen etwa 20 Prozent eingespart", sagt Friedrich. Zuvor habe man über die Jahre durch verschiedene Maßnahmen schon über 30 Prozent einsparen können.

Stromversorgung gesichert

Weitere Energieeinsparungen dürften aber schwierig werden – aus Sicht der Klinik ein Versäumnis der Geldgeber. Die Investitionsförderung der Länder sei über Jahre und Jahrzehnte nicht ausreichend gewesen. "Und genauso sieht auch die bauliche Struktur der Krankenhäuser aus. Das rächt sich, weil wir die Einsparpotentiale durch energetisches Bauen in der Ist-Struktur, die ja alt und marode ist, nicht heben können. Das müssen wir jetzt leider mitbezahlen“, erklärt Christian Braun, Ärztlicher Direktor des Klinkums.

Angst haben müsse aber niemand, dass der Winterberg bei kurzfristigen Energieausfällen stillsteht. Zwei Notstromaggregate stünden bereit, um die Klinik mit Strom zu versorgen.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 15.07.2022 berichtet.

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