Empfehlung zum Masketragen im Eingangsbereich eines Saarbrücker Geschäftes (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

Maske auf oder runter?

  04.04.2022 | 21:03 Uhr

Seit Sonntag ist die Maskenpflicht im Saarland in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens weggefallen. Viele tragen aber weiterhin freiwillig eine Maske. Gerade mit einer gut sitzenden FFP2-Maske hat man damit auch einen guten Eigenschutz, wie eine Studie des Göttinger Max-Planck-Instituts zeigt.

Am 27. April 2020 war die Maskenpflicht im Saarland eingeführt worden - seitdem gehörten die Masken fast zwei Jahre zum ständigen Begleiter. Am Sonntag ist die Maskenpflicht nun in vielen öffentlichen Bereichen ausgelaufen. Vorgeschrieben ist sie nur noch im ÖPNV, in gefährdeten Bereichen wie Kliniken und Pflegeeinrichtungen - oder dort, wo Betriebe oder Behörden von ihrem Hausrecht Gebrauch machen, wie etwa in Saarbrücker oder Saarlouiser Ämtern.

Es zähle nun mehr die Eigenverantwortung, sagte der Corona-Experte Thorsten Lehr, der bereits vergangene Woche dafür plädierte, weiterhin freiwillig Maske zu tragen. Das taten nun auch in den ersten Tagen viele Saarländerinnen und Saarländer, wie etwa am verkaufsoffenen Sonntag in Saarbrücken oder beim Shopping am Montag.

Wo werden noch Masken getragen?
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 04.04.2022, Länge: 02:56 Min.]
Wo werden noch Masken getragen?

Verschiedene Masken-Szenarien unter der Lupe

Insbesondere mit einer FFP2-Maske kann man dadurch nicht nur andere schützen, sondern auch sich selbst. Das hatte eine bereits Ende vergangenen Jahres veröffentlichte Studie des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen gezeigt. Die Forscher hatten dafür die Wirksamkeit von Gesichtsmasken in verschiedenen Trageszenarien untersucht.

Gleich mehrere Variablen spielen dabei eine Rolle: Die Maskenart, wie gut sie sitzt, die Dauer des Kontakts oder ob gesprochen oder geschwiegen wird.

FFP2-Maske senkt Risiko am stärksten

Ein Ergebnis: Selbst nach einer Stunde nahen Kontakt mit einer infizierten Person senkt eine FFP2-Maske das Risiko einer Infektion beim Träger auf 20 Prozent. Tragen beide gut sitzende FFP-Masken bleibt das Ansteckungsrisiko sogar im Promillebereich.

Deutlich schlechter schneiden OP-Masken ab: Tragen beide eine OP-Maske bleibt das Infektionsrisiko nach einer Stunde unter 30 Prozent. Trägt man nur selbst eine OP-Maske und hat Kontakt mit einem Infizierten, kann das Ansteckungsrisiko nach einer halben Stunde auf 90 Prozent steigen.

Studie: Was nützt das freiwillige Masketragen?
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 04.04.2022, Länge: 03:08 Min.]
Studie: Was nützt das freiwillige Masketragen?

Hohes Ansteckungsrisiko ohne Maske

Das ist aber immer noch ein besserer Schutz als ganz ohne Maske. Dort liegt das Ansteckungsrisiko bei einer Unterhaltung mit einer infektiösen Person schon nach wenigen Minuten bei 90 Prozent.

Die Forscher haben darauf hingewiesen, dass sie eher vorsichtig gerechnet haben und bei den Maskenszenarien jeweils die Obergrenze des Risikos angenommen haben. Die tatsächliche Infektionswahrscheinlichkeit sei im täglichen Leben sicherlich kleiner. So werde beispielsweise Atemluft, die an den Rändern aus der Maske ausströmt, verdünnt, so dass man nicht die gesamte ungefilterte Atemluft abbekomme.

Vereinfacht lässt sich festhalten: FFP2-Masken schützen deutlich besser als OP-Masken. Beides schützt aber immer noch besser, als wenn gar keine Masken getragen werden - selbst wenn nur einer die Maske auf hat.

Über dieses Thema berichtete der aktuelle bericht am 04.04.2022 im SR Fernsehen.

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