Arbeiten an Stromleitung (Foto: picture alliance / Michael Reichel)

Unmut über fehlende Oberleitungen an Illtalbahnstrecke

Marc Langels   07.08.2019 | 06:22 Uhr

Die Plattform Mobilität SaarLorLux wirft der Landesregierung vor, die Elektrifizierung der Illtalbahnstrecke zu verschleppen. Der Verein verweist darauf, dass bereits seit 20 Jahren darüber gesprochen werde, die Strecke zwischen Illingen und Lebach-Jabach mit Oberleitungen auszustatten, passiert sei aber nichts. Dort müssten die Züge dann über Akkus betrieben werden.

Kritik am Stillstand der Elektrifizierung der Illtalbahnstrecke
Audio [SR 3, Marc Langels, 07.08.2019, Länge: 01:01 Min.]
Kritik am Stillstand der Elektrifizierung der Illtalbahnstrecke

Die Plattform Mobilität befürchtet dabei, dass die Batterie-Leistung der Elektrozüge für die dortige Strecke zu knapp bemessen ist. Sie erlaube kaum Spielraum für unvorhergesehene Stopps, wie sie zum Beispiel bei einer Signalstörung auftreten können. Dies gelte insbesondere dann, wenn parallel zur Fahrt auch noch im Winter die Heizung und im Sommer die Klimaanlage über die Batterie betrieben werden müsse.

Zuvor hatte bereits der saarländische Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel der Landesregierung vorgeworfen, die Elektrifizierung nicht entschieden genug zu verfolgen. Dies gelte neben der Illtalbahn auch für die Strecken der Würzbachtal- oder die Niedtalbahn. Dabei habe die Bundesregierung sogar eine Mitfinanzierung bei den Arbeiten an der Illtalbahn-Strecke angeboten und bereits entsprechende Pläne vorgelegt.

Elektrifizierungsgrad von 80 Prozent

Die Landesregierung verweist hingegen darauf, dass das Saarland einen Elektrifizierungsgrad von 80 Prozent erreiche und die restlichen Strecken nicht von den Bundes-Förderprogrammen erfasst würden. Für die Illtalbahn habe man sich bereits um Förderung im Rahmen eines bundesweiten Pilotprojekts beworben.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 07.08.2019 berichtet.

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