Collage: Logo der IHK im Saarland (Foto: dpa/Uwe Zucchi/SR)

Einschnitte bei der IHK nach Defizit

Karin Mayer   26.09.2018 | 08:45 Uhr

Die IHK des Saarlandes steuert zum dritten Mal in Folge auf ein Defizit zu und will sich deshalb neu aufstellen. Die fehlenden 2,1 Millionen Euro im Etat kann die Kammer noch aus Rücklagen zahlen. Auf Dauer geht das aber nicht. Die Kammer stellt sich deshalb neu auf und plant Einschnitte beim Personal und im Programm.

Schlank, effizient und digital, so will IHK-Präsident Hanno Dornseifer die Kammer aufstellen. Für die Mitglieder heißt das: Der Service geht online – Ausbildungsverträge oder Bescheinigungen soll es künftig im Internet geben. Die Zahl der Veranstaltungen wird reduziert und die Gebühren werden steigen.

IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen sagte dem SR, die Saar-Konjunktur liege beim Wachstum seit Jahren unter dem Bundesdurchschnitt. Dadurch seien die Beitragseinnahmen der Kammer niedriger als erwartet. Tarifsteigerungen, Pensionsrückstellungen und Betriebsrenten seien dagegen stärker als geplant gestiegen.

Um dauerhaft Kosten zu sparen, wolle die IHK mit drei statt mit fünf Geschäftsbereichen arbeiten. Für Unruhe sorgt derzeit die Entscheidung, die Geschäftsführerposten neu auszuschreiben und die Mitarbeiter in einen internen Wettbewerb zu schicken. Außerdem will die Kammer in den nächsten Jahren sozialverträglich Stellen abbauen und ausscheidende Mitarbeiter nicht ersetzen. Die IHK hat derzeit 120 Mitarbeiter.

Video [aktueller bericht, 26.09.2018, Länge: 1:51 Min.]
Sparmaßnahmen für die Industrie- und Handelskammer

 Geplanter Neubau liegt auf Eis

Der geplante Neubau auf dem IHK-Gelände liegt für die Kammer zunächst auf Eis. Kammer-Präsident Dornseifer teilte mit, die Kammer habe aber dem Arbeitgeberverband MESaar den Kauf eines Baugrundstücks auf dem IHK-Gelände angeboten, damit der Verband das Projekt schon starten könne.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 26.09.2018 berichtet.

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