Ein Kind mit Atemschutzmaske in einem Einkaufswagen. (Foto: imago images / photonews.at)

So kontrolliert der Handel im Saarland die Kundenströme

mit Informationen von Peter Ring   06.05.2020 | 18:47 Uhr

Die Einzelhändler im Saarland kontrollieren in Corona-Zeiten mit unterschiedlichen Maßnahmen die Kundenströme in ihren Geschäften. Die Lidl-Filiale in Bexbach testet derzeit beispielsweise ein digitales Kundenzählsystem.

Die neue Zugangskontrolle in der Bexbacher Lidl-Filiale soll auf Herz und Nieren geprüft werden. Saarlands Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hat sich am Mittwoch einen Eindruck von der neuen Technik verschafft.

Und so funktioniert es: Ein Ampelsystem lässt eine bestimmte Anzahl von Kunden in den Markt. Ist die Maximalanzahl erreicht, wird der Zugang verschlossen. Eine Kamera liefert die dafür notwendigen anonymisierten Bilder vom Eingangsbereich.

99 Prozent Sicherheit

"Wir haben ein System entwickelt, dass in der Kundenzählung circa 99 Prozent Sicherheit bringt", sagt Wilfried Simon, Geschäftsführer der Lidl-Filiale Friedrichsthal. So könnten sich die Mitarbeiter wieder ihren eigentlichen Aufgaben widmen und müssten keine Kunden zählen.

Laut Lidl fordere die Corona-Pandemie den Angestellten in den Märkten Schwerstarbeit ab. Das neue Zählsystem entlaste sie und erleichtere die Hygienemaßnahmen. Derzeit testet Lidl in mehreren deutschen Märkten verschiedene Kundenzählsysteme, am Ende soll das sicherste zum Einsatz kommen.

Wirtschaftsministerin Rehlinger begrüßte bei dem Besuch in Bexbach, dass Unternehmen im Saarland technische Lösungen, die in Corona-Zeiten mehr Sicherheit versprechen, testen. Dabei müssten jedoch Datenschutzregeln eingehalten werden.

Ikea auch digital

Im Ikea Saarlouis setzen die Macher ebenfalls auf eine digitale Lösung, um den Kundenstrom zu steuern. Am Eingang und Ausgang steht je ein Mitarbeiter, der die ankommenden beziehungsweise verlassenden Kunden zählt. Für die Visualisierung und Transparenz hängen Monitore im Eingangs- und Ausgangsbereich, die wiederum mit einem Ampelsystem versehen sind.

So könnten die Kunden jederzeit sehen, wie viele Menschen sich im Einrichtungshaus aufhalten, teilt Ikea mit. "Sollte sich die Besucherzahl im oberen Bereich befinden, wird die Ampel gelb und sobald die maximale Anzahl an Kunden von 520 Personen erreicht ist, springt die Ampel auf Rot und es dürfen vorerst keine weiteren Besucher in das Einrichtungshaus", sagte eine Ikea-Sprecherin auf SR-Anfrage.

In vielen kleineren Lebensmittelmärkten wird der Einlass von Security-Mitarbeitern geregelt, teilweise mit manueller Zählung. Ähnlich agieren die Verantwortlichen auch beim Baumarkt Hornbach – auch hier wird der Zutritt durch Security-Mitarbeiter geregelt.

Hintergrund

Im Einzelhandel dürfen seit Montag wieder Geschäfte unabhängig von Größe und Sortiment öffnen. Die 800-Quadratmeter-Regelung wurde gestrichen, stattdessen darf sich nur ein Kunde pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktuell" im SR Fernsehen vom 06.05.2020 berichtet.

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