Bildmontage: Euromünzen sind vor den Flaggen der EU und Großbritanniens zu sehen (Foto: dpa/Kirsty o'Connor/Daniel Reinhardt)

Einkommensverlust von 101 Millionen durch Brexit

  21.03.2019 | 06:30 Uhr

Heute kommen die Länderchefs der EU in Brüssel zum EU-Gipfel zusammen, um über den Brexit zu beraten. Welche Auswirkungen ein harter oder weicher Brexit auf die Wirtschaft im Saarland haben könnte, zeigt nun erstmals eine Studie der Bertelsmann Stiftung.

Unabhängig davon, wann der Brexit kommt: Entscheidend für die Wirtschaft ist vor allem die Frage, ob es ein harter oder weicher Brexit wird. Also ob es den Beteiligten gelingt, sich auf einen Austrittsvertrag zu einigen oder nicht. Die Wirtschaft fürchtet vor allem einen harten Brexit - zu Recht wie eine aktuelle Studie zeigt: Forscher der Universität von Sussex haben im Auftrag der Bertelsmann Stiftung untersucht, welche ökonomischen Folgen der Brexit für die EU-Länder und ihre Regionen haben könnte.

Von einem harten Brexit wären demnach Regionen mit einem hohen Anteil an mittelständischen Unternehmen besonders stark betroffen. Im Saarland wären jedes Jahr Einkommensverluste von bis zu 101 Millionen Euro zu erwarten. In Deutschland wären das Rheinland, Hamburg und Bayern am stärksten betroffen. Sie müssten mit Einkommensverlusten von über 288 Millionen Euro rechnen. Am niedrigsten wären die zu erwartenden Einkommensverluste in der Region Trier mit geschätzten 49 Millionen Euro.

Weicher Brexit halbiert wirtschaftliche Folgen

Die Forscher rechnen damit, dass sich im Falle eines weichen Brexits die ökonomischen Folgen und die Kosten für alle EU-Länder erheblich verringern würden. Die Einkommensverluste würden sich bei einem weichen Brexit etwa halbieren, so die Studie.

Bereits jetzt spürt die saarländische Wirtschaft die Auswirkungen des geplanten Brexits. Im vergangenen Jahr sind die Exporte im Saarland um fast fünf Prozent gesunken. Am stärksten fiel das Minus beim Außenhandel mit Großbritannien aus. Die Exporte dorthin sind um 13,7 Prozent auf knapp 1,95 Milliarden Euro gesunken.

Heute wohl noch keine Entscheidung

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erwartet heute noch keine Entscheidung über eine Verschiebung des Brexits. Darüber werde wohl erst kurz vor dem ursprünglich anvisierten Austrittdatum, dem 29. März, entschieden, sagte er am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "Der Morgen" vom 21.03.2019 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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