Brieftasche mit Bargeld (Foto: picture alliance / dpa / Lino Mirgeler)

Saarpfalz-Kreis mit höchstem Einkommen im Saarland

Mit Informationen von dpa   24.04.2019 | 10:03 Uhr

Die Einwohner im Saarpfalz-Kreis haben im Schnitt mehr Einkommen zur Verfügung als andere Menschen im Saarland. Durchschnittlich kamen die Privathaushalte in dem Kreis im Jahr 2016 nach Steuern, Sozialabgaben und Sozialtransfers auf rund 22.800 Euro an verfügbarem Einkommen, wie aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf hervorgeht. In anderen Regionen war es weniger.

Am größten war der Unterschied zum Kreis Merzig-Wadern: Dort mussten die Menschen im Schnitt mit 19.000 Euro jährlich auskommen. Das Institut wertete für die Studie Daten aus 401 Kreisen und kreisfreien Städten aus. Demnach führte im Saarland der Saarpfalz-Kreis 2016 den Regionenvergleich an.

Mehrere Faktoren haben Einfluss

Im Kreis St. Wendel ging das Einkommen seit 2000 um drei Prozent zurück. Eine Erklärung dafür liefert die Studie nicht. Generell sei es bei niedrigen Einkommen „wahrscheinlich, dass es eher steigt“, sagte WSI-Experte Eric Seils. Umgekehrt verhalte es sich mit den höheren Einkommen, die eher sinken würden. „Den Wahrscheinlichkeitseffekt haben Sie immer drin.“

Einkommen: "Saarland leicht unterdurchschnittlich"
Audio [SR 3, (c) Dorothee Scharner, 24.04.2019, Länge: 04:11 Min.]
Einkommen: "Saarland leicht unterdurchschnittlich"
Einer der Autoren der Studie ist Helge Baumann. Im Gespräch mit SR-Moderatorin Dorothee Scharner erklärt er, wie das Saarland etwa im Bundesvergleich abschneidet und wie Ausreißer nach oben und unten zustande kommen.

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Wo das Geld wohnt

Daraus lasse sich aber nicht ableiten, dass sich die Einkommen aneinander anglichen. Regional könnten mehrere Faktoren eine Entwicklung beeinflussen, einer sei beispielsweise die wirtschaftliche Lage vor Ort. „Sehr hohe Einkommen spielen bei Durchschnittswerten eine große Rolle. Im Einzelfall können Sie einen sehr starken Anstieg haben, weil zufällig ein paar Milliardäre in eine nicht allzu große Stadt ziehen.“

Bundesweit sind die Einkommen vor allem in Bayern und Baden-Württemberg am höchsten, und dort besonders in den Gegenden um München und Stuttgart. Auch in Bad Dürkheim, Düsseldorf und dem Hamburger Umland wird gut verdient.

Auch Lebenshaltungskosten sind entscheidend

Auch sagt das Einkommen allein wenig über die Lebensverhältnisse in einer Region aus. Was man sich leisten kann, hängt auch davon ab, was das Leben dort kostet. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat dazu 2016 eine Studie vorgelegt, die der Einkommensarmut eine Kaufkraftarmut gegenüberstellt. Wer weniger als 60 Prozent des regional preisbereinigten Medianeinkommens hat, gilt demnach als kaufkraftarm.

Das Saarland liegt hier mit einer Kaufkraftarmut von 15 Prozent und einer Einkommensarmut von 16,7 Prozent bundesweit im Mittelfeld. Das monatliche Medianeinkommen liegt im Saarland bei 1514 Euro. Wer also weniger als 908 Euro verdient, gilt als kaufkraftarm. Im Nachbarkreis Trier-Saarburg liegt diese Grenze bei 988 Euro, in Zweibrücken und der Südwestpfalz bei 931 Euro.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 24.04.2019 berichtet.

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