Menschen stehen vor einem Spielegeschäft im Einkaufszentrum B'est im französischen Farébersviller bei Forbach. (Foto: SR)

Kaum Deutsche beim Sonntagsshopping in Frankreich

Mit Informationen von Barbara Spitzer und Lisa Huth   20.12.2020 | 21:03 Uhr

Während sich das Saarland im Lockdown befindet, sind die Geschäfte in Frankreich geöffnet. Zum 4. Advent gab es sogar einen verkaufsoffenen Sonntag. Doch der lockte nur wenige Saarländer über die Grenze.

Im B’est Farébersviller bei Forbach ist Einkaufen seit Dienstag wieder möglich, auch ohne Passierschein. Selbst wer noch die Haare für die Feiertage schön haben will, findet hier sein Glück - doch deutsche Kundinnen und Kunden machen sich hier zumindest rar. „Wir hatten noch keine gehabt“, sagt Friseurin Lisa vom Coiffeur Franck Provost. „Die zwei anderen Salons hatten welche, aber auch nicht so viele.“

Video [aktueller bericht am Sonntag, 20.12.2020, Länge: 2:08 Min.]
Verkaufsoffener Sonntag in Frankreich

20 Prozent mehr Kunden

Kaum Deutsche beim Sonntagsshopping in Frankreich
Audio [SR 3, Lisa Huth, 21.12.2020, Länge: 03:54 Min.]
Kaum Deutsche beim Sonntagsshopping in Frankreich

Seit dem Lockdown in Deutschland kommen 20 Prozent mehr Kunden als sonst in das B’est Einkaufszentrum. Bei den Deutschen ist der Anteil von zehn auf 20 Prozent gestiegen. Insgesamt bleibt die deutsche Kundschaft also zurückhaltend.

„Die Deutschen denken immer noch nationalistischer“, so B’est-Leiter Barthélemy Jeanroch. „Sie sind, was die Einkaufsgewohnheiten angeht, sehr mit ihrem Land verbunden. Deswegen ist für sie der Lockdown zehn Tage vor Weihnachten kein Grund, nach Frankreich zu kommen.“

Menschen kaufen auf einem Bauernmarkt in Saargemünd ein. (Foto: Lisa Huth/SR)
Der Bauernmarkt in Saargemünd am Sonntag

Auch andere Märkte kaum besucht

Ähnlich sah es auch in Großblittersdorf, Saargemünd und Forbach aus – kaum deutsche Kennzeichen waren auf den Parkplätzen zu sehen. Ob es am nieseligen Wetter lag oder daran, dass die Saarländer es wegen der hohen Infektionszahlen im Land vorzogen, zuhause zu bleiben: Auch in den großen Supermärkten war nur ein Bruchteil der sonst üblichen deutschen Besucher. Auch der Bauernmarkt in Saargemünd mit Produkten aus der Region war fast ausschließlich von Lothringern besucht.

Dabei kamen die meisten saarländischen Besucher offenbar aus St. Wendel, gefolgt von Saarbrückern und Besuchern aus dem Kreis Merzig-Wadern. Aber auch Völklinger und St. Ingberter waren vereinzelt zu sehen.

Auch Franzosen zurückhaltend

Allerdings waren die Parkplätze auch generell nicht überfüllt. In Grand Est wird derzeit eine dritte Corona-Welle befürchtet, die Zahl der Infizierten steigt wieder deutlich an.

Vielleicht lag es daran, dass auch die französischen Besucher an diesem Sonntag ebenfalls eher zurückhaltend waren. In einer Woche wird diese Zurückhaltung erneut auf die Probe gestellt – beim ersten verkaufsoffenen Sonntag gleich nach Weihnachten.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 20.12.2020 berichtet.

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