Hinweisschild auf die Maskenpflicht in einer Einkaufstraße (Foto: picture alliance / Christophe Gateau / dpa)

Corona-Maßnahmen werden erwartungsgemäß verlängert

  26.11.2020 | 07:13 Uhr

Die Corona-Maßnahmen werden bundesweit mindestens bis 20. Dezember verlängert. In einer stundenlangen Videokonferenz einigten sich Ministerpräsidenten und Kanzlerin Merkel zudem auf härtere Kontaktbeschränkungen und eine Ausweitung der Maskenpflicht.

Der exponentielle Anstieg der Corona-Fallzahlen sei zwar gebrochen, aber das sei nur ein Teilerfolg, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochabend in einer Pressekonferenz nach den Beratungsgesprächen. "Wir können uns mit diesem Teilerfolg nicht begnügen."

Verlängerung mindestens bis 20. Dezember

Die Folgen der Corona-Beschränkungen für den Weihnachtseinkauf
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 26.11.2020, Länge: 04:23 Min.]
Die Folgen der Corona-Beschränkungen für den Weihnachtseinkauf

Daher sollen die bestehenden Maßnahmen - wie bereits im Vorfeld bekannt wurde - noch einmal verlängert und in einzelnen Punkten verschärft werden. Die Verlängerung der Maßnahmen gilt vorerst bis 20. Dezember. Merkel machte aber deutlich, dass eine weitere Verlängerung bis in den Januar hinein sehr wahrscheinlich ist - falls die Fallzahlen nicht überraschend stark zurückgehen.

Neu beschlossen wurde unter anderem eine Verschärfung der Kontaktbeschränkung auf nur noch fünf Personen (statt bislang zehn) aus maximal zwei Haushalten. Ausnahmen soll es über die Feiertage geben. Zudem werden Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet. Kneipen, Restaurants und Kultur- und Freizeiteinrichtungen sollen bis mindestens 20. Dezember geschlossen bleiben. Die "Novemberhilfen" des Bundes sollen im Dezember fortgeführt werden.

Kundenzahl im Handel stärker begrenzt

Schärfere Beschränkungen soll es - wie erwartet - auch für den Handel geben. In kleineren Läden darf sich pro zehn Quadratmeter Fläche nur ein Kunde aufhalten, in größeren Geschäften gilt: Ein Kunde pro 20 Quadratmeter. Bei Einkaufszentren gilt die gesamte Ladenfläche als Grundlage. Maskenpflicht gilt jetzt auch vor den Geschäften und auf Parkplätzen, in geschlossenen Räumen, an belebten Orten und im ÖPNV.

Silvesterfeuerwerk soll an belebten Plätzen und Straßen untersagt werden. Außerdem wird empfohlen grundsätzlich auf Feuerwerk zu verzichten. Arbeitgeber werden "dringend gebeten" zu prüfen, ob Betriebsstätten durch Ferien- oder Homeoffice-Lösungen zwischen dem 23. Dezember und dem 1. Januar geschlossen werden können.

Schulen und Kitas bleiben offen

Kinderbetreuung und Schulen sollen offen bleiben. Vereinbart wurde eine Maskenpflicht im Unterricht ab der 7. Klasse, abhängig von den regionalen Corona-Zahlen. Als unscharfe Grenze werden hier im Papier "deutlich mehr" als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner genannt. Positiv getestete Schüler und ihre Mitschüler sollen sofort in eine fünftägige Quarantäne. Wer dann negativ getestet wird, darf die Quarantäne beenden.

Der Schutz von Risikogruppen soll verbessert werden. Für Pflegebedürftige in Einrichtungen soll es ab dem 1. Dezember mindestens 30 Schnelltests pro Monat geben.

Schärfere Maßnahmen ab 200 Neuinfektionen

Zudem wurde ein neuer Grenzwert für Kreise mit sehr hohem Infektionsgeschehen von mehr als 200 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern festgelegt. Ab diesem Schwellenwert sollen weitergehende, regional angepasste Maßnahmen beschlossen werden - an Schulen etwa die Umstellung auf einen Hybrid- oder Wechselunterricht zwischen Präsenz und Homeschooling ab der 8. Klassenstufe.

Berlin und 62 weitere Landkreise liegen nach Angaben von Kanzlerin Merkel derzeit über diesem Schwellenwert. „Das Saarland ist derzeit von solchen Zahlen allerdings noch weit entfernt“, betonte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Somit wird sich an der Schulsituation im Saarland vorerst nichts ändern.

Wieder konsequente Nachverfolgung ermöglichen

Hans sagte, Ziel der ganzen Maßnahmen sei es, das Infektionsgeschehen wieder soweit zu senken, dass die Gesundheitsämter jederzeit die Kontakte von Infizierten nachverfolgen könnten. Das sei voraussichtlich ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 möglich. "Uns allen ist sehr wohl bewusst, dass es sich dabei um harte Auflagen für die Menschen in unserem Land handelt", so Hans. "Da wir die Infektions-Kurve dank der Achtsamkeit der SaarländerInnen in den vergangenen Wochen bereits etwas abgeflacht haben, bin ich zuversichtlich, dass wir der Pandemie auch weiterhin gemeinsam die Stirn bieten können."

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 25.11.2020.

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