Häuser in einem Wohngebiet (Foto: picture alliance/dpa | Martin Schutt)

Verband fordert Fristverlängerung bei Grundsteuererklärung

  12.09.2022 | 10:34 Uhr

Bis zum 31. Oktober müssen Eigentümer ihre Grundsteuererklärung elektronisch eingereicht haben. Doch dabei gibt es offenbar zahlreiche Probleme, wie der Verband "Haus & Grund" berichtet. Viele hätten etwa gar kein Informationsschreiben erhalten. Die Frist müsse deshalb auf Ende April 2023 ausgeweitet werden.

Der Eigentümerverband "Haus & Grund Saarland e.V." fordert eine Fristverlängerung bei der Abgabe der Grundsteuererklärung. Einige Eigentümer hatten die Anschreiben der Finanzämter noch gar nicht erhalten. Zuvor hatte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) einen Aufschub in Aussicht gestellt. Eine Entscheidung wird es wohl aber erst frühestens Ende des Monats geben.

Im Saarland haben offenbar viele Eigentümerinnen und Eigentümer Mühe, sich dem bürokratischem Aufwand zu stellen: Ende August hatten erst knapp 14 Prozent die Grundsteuererklärung elektronisch eingereicht. Heißt umgekehrt: 86 Prozent müssen sie noch abgeben. Beginn der Frist war der 1. Juli. Ällmählich läuft die Zeit davon.

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Aufwand "völlig falsch eingeschätzt"

Norbert Behle, Vorsitzender des "Haus und Grund"-Landesverbandes, hält die Frist für die Grundsteuererklärung ohnehin für "viel zu kurz". Sie setze Eigentümerinnen und Eigentümer unnötig unter Stress. Während die Länder und Kommunen jahrelang Zeit gehabt hätten, die Grundsteuer zu reformieren, gestehe man Eigentümerinnen und Eigentümer nur vier Monate zu, um alle relevanten Daten zu liefern.

"Diese vier Monate fallen in eine wirtschaftlich schwierige Zeit, in der viele ganz andere Sorgen haben, als Daten für eine Grundsteuererklärung zusammenzusuchen und damit zusammenhängende Fragen zu beantworten", so Behle. Zudem sei die Frist genau in die Urlaubszeit gefallen.

Die Politik habe den erforderlichen Aufwand "völlig falsch eingeschätzt". Der Verband fordert demnach eine Fristverlängerung um mindestens sechs Monate – also bis Ende April 2023. "Das gibt Gelegenheit, auftauchende Fragen zu klären und Prozesse in Zusammenhang mit der Grundsteuererklärung zu optimieren."

Viele offene Fragen

Laut Behle gibt es bei der Grundsteuererklärung noch viele offene Fragen und Probleme. Beispielsweise wüssten zahlreiche Eigentümerinnen und Eigentümer, die bis Ende Juni kein Informationsschreiben mit Datenblatt von der Finanzverwaltung bekommen haben und wahrscheinlich auch nicht mehr bekommen werden, nicht, dass sie dennoch zur Abgabe der Grundsteuererkärung verpflichtet sind.

Sie müssen sich alle Daten anhand ihrer Unterlagen selbst zusammenstellen – und das könne viel Zeit in Anspruch nehmen. "Wer kein Aufmaß von seiner Wohnung oder seinem Haus hat und das nicht selbst ausmessen kann oder will, ist auf sachverständigen Rat oder sachverständige Hilfe angewiesen", so Behle.

Gleichzeitig werde von begrenzten Kapazitäten bei Steuerberaterinnen und -beratern berichtet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 12.09.2022 berichtet.

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