Ein Bewohner eines Pflegeheims stützt sich auf seinen Rollator (Foto: dpa/Sebastian Willnow)

Pflegeheimkosten weiter gestiegen

  24.09.2019 | 07:42 Uhr

Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten und ein Beitrag zur Pflege: Mehrere tausend Euro kostet ein Platz im Pflegeheim pro Monat. Im Saarland sind die Kosten bundesweit mit am höchsten. Und der Eigenanteil steigt weiter.

Pflegebedürftige müssen für einen Heimplatz immer mehr aus eigener Tasche dazu zahlen. Seit Oktober 2018 sei die Eigenbeteiligung im Bundesdurchschnitt um mehr als 110 Euro auf nunmehr fast 1930 Euro im Monat gestiegen, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine aktuelle Auswertung der "Pflegedatenbank" des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV). Als Hauptursache gelten dem Bericht zufolge Lohnerhöhungen für das Pflegepersonal. Die "Pflegedatenbank" enthält Informationen von mehr als 11.000 der etwa 13.000 Pflegeheime in Deutschland. Am stärksten sei die Eigenbeteiligung demnach in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen mit jeweils etwa zehn Prozent gestiegen, so das RND.

Saarländer zahlen zweithöchsten Eigenanteil

Am tiefsten müssen weiterhin die Pflegebedürftigen in Nordrhein-Westfalen in die eigene Tasche greifen. Hier habe der Eigenanteil zum 1. September dieses Jahres bei 2406 Euro gelegen, heißt es in dem Bericht. Am 1. Oktober 2018 waren es noch 2309 Euro gewesen. Danach folgen das Saarland mit 2301 (2178) Euro sowie Baden-Württemberg mit 2250 (2116) Euro. Am preiswertesten sind Heimplätze dem Bericht zufolge derzeit in Mecklenburg-Vorpommern, wo 1346 (1238) Euro Eigenanteil bezahlt werden müssen. Bei den genannten Beträgen sind die Zuschüsse der Pflegeversicherung bereits berücksichtigt.

Pflegebedürftige müssen einen Eigenanteil leisten, weil die Pflegeversicherung - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten trägt. Enthalten sind Kosten für die eigentliche Pflege sowie für Investitionen, Unterkunft und Verpflegung. Dass die Belastungen unterschiedlich hoch sind, erklären Experten auch mit regional unterschiedlichen Löhnen und Vorgaben für die Personalausstattung.

Höhere Freigrenze für Angehörige

Bisher wurden oft die Kinder zur Kasse gebeten, wenn Pflegebedürftige die Heimkosten nicht zahlen können. Zwar springt zunächst das Sozialamt ein, wenn Betroffene die Heimkosten nicht zahlen können. Aber in vielen Fällen holt sich die Behörde das Geld zumindest teilweise von den Angehörigen zurück. Dies soll sich bald ändern. Nur wer mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdient, soll nach den Plänen der Bundesregierung in Zukunft noch finanziell herangezogen werden.

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