Kabel für den Autobau (Foto: dpa/picture alliance/Petr Sznapka/CTK)

Kabelhersteller aus Nohfelden macht dicht

Kai Forst   29.08.2018 | 15:00 Uhr

Der Kabelhersteller Cablex DE schließt nach SR-Informationen noch in diesem Jahr seinen Standort in Nohfelden-Eckelhausen. Das 1964 gegründete Unternehmen, das in den vergangenen Jahrzehnten unter dem Namen Dieter Eifler GmbH und Co. KG firmierte, war erst im April durch die slowenische Cablex-Group übernommen worden.

Die Mitarbeiter seien am Dienstag in einer Betriebsversammlung von der Schließung des Standortes informiert worden, sagte ein langjähriger Mitarbeiter SR.de. Zeitgleich ging den rund 100 Beschäftigten die Kündigung per Post zu. Hatte die Geschäftsführung dem SR die Betriebsschließung zunächst noch bestätigt, wollte sich auf weitere Nachfrage niemand mehr äußern. Anfragen würden durch den Hauptsitz der Cablex Group in Slowenien bearbeitet. Nach SR-Informationen wurde die Betriebsaufgabe zum 31. Oktober angemeldet.

Kabelhersteller Eifler 1964 gegründet

Das Unternehmen, das Kabelbäume für die Automobil- und Haushaltswaren-Industrie herstellt, war 1964 von Dieter Eifler gegründet worden und firmierte in den vergangenen fünf Jahrzehnten unter dem Namen Dieter Eifler GmbH und Co. KG. Im April war das Unternehmen schließlich aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Firmenbosses Dieter Eifler von der slowenischen Cablex Group übernommen worden. Der neue Eigentümer beschäftigt 3300 Mitarbeiter in insgesamt zwölf Standorten vornehmlich in Osteuropa.

Kurz nach der Übernahme wurde den Beschäftigten in einem Schreiben, das dem SR vorliegt, noch Hoffnung gemacht. „Die Firma Eifler wird unter dem Dach der Cablex-Gruppe noch weiter funktionieren und sich entwickeln…Gemeinsam werden wir größer, stärker und stabiler." Man sei überzeugt, dass die Fusion eine "gute Gelegenheit für beide Unternehmen ist", heißt es in dem Schreiben vom April.

"Man hat es kommen sehen"

Cablex DE schließt Standort in Nohfelden-Eckelhausen
Audio [SR 3, (c) SR, 29.08.2018, Länge: 00:33 Min.]
Cablex DE schließt Standort in Nohfelden-Eckelhausen

Nun, knapp fünf Monate später, die Ernüchterung. Allerdings: Einige Mitarbeiter haben offenbar bereits kurz nach der Übernahme, Veränderungen in der Unternehmensführung bemerkt. „Wenn man nicht blind war, hat man das kommen sehen. Denn seit der Übernahme bestand die Aufgabe in Nohfelden nur noch darin an die ausländischen Standorte zu verlagern – Rohstoffe und Produktionen“, sagt ein Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte. Den Beschäftigten sei das dann stets als Entlastung verkauft worden.

Mit Nohfelden im Nordsaarland wird damit nun die einzige Produktionsstätte der Cablex Group in Deutschland abgewickelt. Die Kündigungsfristen der Mitarbeiter werden nach SR-Informationen eingehalten.

MIT fordert besseren Schutz

Die Mittelstandsvereinigung der CDU im Kreis St. Wendel (MIT)  verurteilte die Schließung des Cablex-Werkes. Wenn ausländische Investoren gut aufgestellte mittelständische Betriebe  nur übernehmen würden, um Know-How und Kundenkontakte abzuziehen ohne  Verantwortung für die Belegschaft und die Unternehmenskultur zu übernehmen, würden diese zu recht als Heuschrecken bezeichnet. In  solchen Fällen müsse die Politik Maßnahmen ergreifen, um Mittelständler vor  Kapitalabfluss und Know-How-Transfer zu schützen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 29.08.2018 berichtet.

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