Gelände der Firma Cablex, ehemalige Fa. Eifler, Nohfelden-Eckelhausen (Foto: Rolf Ruppenthal)

Nach Eifler-Übernahme: "Die machen hier die Kassen leer"

Kai Forst   07.09.2018 | 06:30 Uhr

Die rund 100 Mitarbeiter der früheren Firma Eifler in Nohfelden stehen nach der Übernahme durch den slowenischen Konzern Cablex vor dem Aus. Derzeit beobachten die Beschäftigten fragwürdige Handlungen und haben Angst um ihre Löhne. Doch es gibt Hoffnung.

Etwas mehr als eine Woche ist es her, dass die Mitarbeiter des Kabelherstellers Cablex DE ihre Kündigung wie aus dem Nichts erhalten haben. Erst wenige Monate zuvor hatte das slowenische Unternehmen die in den 60er Jahren gegründete Firma Dieter Eifler GmbH und Co. KG übernommen. Nun droht den rund 100 Mitarbeitern das Aus.

"Wollen den Standort ausbluten lassen"

Gleichzeitig beobachten sie aktuell fragwürdige Szenarien im Werk in Nohfelden-Eckelhausen. „Wir hatten die letzten Tage einen enorm hohen Wareneingang, so hoch wie in 30 Jahren nicht. Allerdings werden die Waren direkt weiter nach Osteuropa verlagert“, erzählt ein Mitarbeiter. Er vermutet, dass die Güter allerdings über den Standort Eckelhausen gezahlt werden. „Die machen hier regelrecht die Kassen leer.“ Er ist sich sicher: Cablex will die beiden Standorte in Ungarn und Rumänien, die Eifler schon vor der Übernahme hatte, übernehmen und „den Firmensitz in Eckelhausen ausbluten lassen“.

"Gebaren wie eine Heuschrecke"

100 Mitarbeiter nach Eifler-Übernahme vor dem Aus
Audio [SR 3, Kai Forst, 07.09.2018, Länge: 00:53 Min.]
100 Mitarbeiter nach Eifler-Übernahme vor dem Aus

Eine Vermutung mit der er nicht alleine ist: Auch der Bürgermeister von Nohfelden, Andreas Veit (CDU), hegt diesen Verdacht. „Mit allem, was wir bislang wissen, liegt zumindest die Vermutung nahe, dass der Standort von vorneherein nicht erhalten werden sollte.“ Für Veit ist es zudem unverständlich, dass Cablex plötzlich davon spricht, mit der Firma Eifler ein marodes Unternehmen übernommen zu haben. Habe man den Mitarbeitern kurz nach der Übernahme in einem Rundschreiben doch noch Mut gemacht und ein rosiges Zukunftsbild gemalt. Michael Gillen, der Vorsitzende der Mittelstandvereinigung der CDU im Kreis St. Wendel, spricht mit Blick auf den slowenischen Konzern gar von „einem Gebaren wie eine Heuschrecke“.

Die fragwürdigen Handlungen der Cablex-Gruppe, die in Nohfelden-Eckelhausen Ende Oktober die Schotten dicht machen will, lässt die Belegschaft nun auch daran zweifeln, ob sie ihr vertraglich zugesichertes Geld auch tatsächlich bekommen. Je nach Jahre im Betrieb und Kündigungsfrist werden sie zum Teil noch bis Ende März bezahlt. Doch sie trauen dem slowenischen Konzern nicht mehr über den Weg.

Hoffnung für die Mitarbeiter

Auf der anderen Seite gibt es gute Nachrichten. Am Mittwochabend traf sich eine siebenköpfige Mitarbeiter-Delegation mit Vertretern der Bundesagentur für Arbeit und der Politik. Neben Bürgermeister Veit war auch Landrat Udo Recktenwald (CDU) sowie das Wirtschaftsministerium vertreten. Laut Veit ist das Gespräch gut verlaufen. „Die Bundesagentur für Arbeit hat den Beschäftigten Mut gemacht“, sagte Veit. Man sei zuversichtlich, dass den Mitarbeiter geholfen werden könne. „Auch die älteren Arbeitnehmer, die zum Teil schon seit mehr als 30 Jahren bei Eifler tätig waren, haben demnach gute Chancen in anderen Firmen übernommen zu werden." Landrat Recktenwald betonte, man habe deutlich gemacht, "dass die Mitarbeiter nicht alleine dastehen".

Über dieses Thema wurde auch in SR 3 Kiosk vom 07.09.2018 berichtet.

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