E-Auto an einer Stromtankstelle (Foto: IMAGO / MiS)

E-Auto-Förderung: Was sich 2023 ändert

Yvonne Schleinhege / Anne Frank   25.09.2022 | 15:42 Uhr

E-Autos werden immer beliebter, und auch im Saarland steigen die Zulassungszahlen. Das liegt sicherlich auch daran, dass der Kauf von E-Autos gefördert wird. Bis zu 9000 Euro Zuschuss gab es bisher. Doch das ändert sich zum Jahreswechsel.

Wer genauer hinschaut, merkt, dass Elektroautos inzwischen auf unseren Straßen keine Seltenheit mehr sind. Dazu haben wohl nicht nur die hohen Kraftstoffpreise beigetragen, sondern auch die staatlichen Fördergelder beim Kauf eines E-Autos. Die Förderung in dieser Form gilt jedoch nur noch bis Ende des Jahres, ab dem kommenden Jahr fällt sie geringer aus.

Förderung bis Ende 2022

Wer sich also noch in diesem Jahr ein reines Elektroauto kauft, kann noch in den vollen Genuss von Umweltbonus und Innovationsprämie kommen: Dann ist eine Förderung von insgesamt bis zu 9000 Euro möglich, bei Plug-in-Hybriden gibt es bis zu 6750 Euro.

Entscheidend ist dabei das Datum der Zulassung des Autos. Sie muss noch in diesem Jahr erfolgen. Nach der Zulassung kann man auch erst den Antrag auf die Förderung stellen. "Wer jetzt ein Elektroauto bestellt, muss in den weitaus meisten Fällen, davon ausgehen, dass das Auto erst im kommenden Jahr erhält und zulassen kann", so die Einschätzung von ADAC-Sprecher Jürgen Grieving.

Änderungen 2023

Aber auch im kommenden Jahr soll die Anschaffung eines E-Autos weiter gefördert werden, allerdings geht ab Januar 2023 der Bundesanteil daran langsam zurück. Plug-in-Hybride erhalten ab Januar 2023 keine Förderung mehr durch den Umweltbonus. 

Beim Kauf eines reinen Elektroautos mit einem Netto-Listenpreis von bis zu 40.000 Euro, erhält man dann statt 6000 Euro nur noch 4500 Euro Förderung. Bei einem Netto-Listenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro gibt es 3000 Euro. Bei einem E-Auto für mehr als 65.000 Euro erhält man schließlich gar keine Förderung mehr.

Die Fördersätze gelten übrigens auch für Brennstoffzellenfahrzeuge. Ab September 2023 soll die Förderung nur noch auf Privatpersonen beschränkt werden. Was mit Kleingewerbetreibenden und gemeinnützigen Unternehmen ist, will das Bundesministerium wir Wirtschaft und Klimaschutz noch prüfen. Ab Januar 2024 geht die Förderung noch weiter zurück.

Förderung beantragen

Wer sich ein E-Auto zulegen möchte, sollte sich vorab genau informieren, ob das entsprechende Modell auch tatsächlich gefördert wird. Eine entsprechende Liste findet man auf den Seiten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Einen Antrag auf Förderung wird ebenfalls beim BAFA gestellt. "Das ist auch recht einfach. Online steht ganz genau, welche Unterlagen das Bundesamt braucht", so ADAC-Sprecher Jürgen Grieving. Dazu gehört zum Beispiel der Kaufvertrag oder ein entsprechender Leasing-Vertrag.

Steigende Stromkosten

Ein Elektroauto tankt keinen Sprit, sondern lädt Strom. Und genau der wird derzeit immer teurer, dadurch gerät der Kostenvorteil von E-Autos in Gefahr. Denn gerade die grünsten Betriebskosten, sprich das Tanken, waren einer der Hauptvorzüge des E-Autos. Einige Autoexperten fürchten derzeit, dass das vollelektrische Auto damit an Attraktivität verliert.

Und auch wenn die Strompreise steigen, scheint es derzeit noch so zu sein, dass das E-Auto durch die günstigen Betriebskosten und auch die günstigeren Unterhaltungskosten attraktiv bleibt. So zumindest die Einschätzung derzeit beim ADAC. Für einen aktuellen Überblick bietet der Automobilclub Kostenvergleich am. Dabei macht der ADAC aber auch deutlich: Damit bei weniger Subventionen die E-Autos attraktiv bleiben, müssten die Kaufpreise weiter sinken.

Förderung für die Wallbox

Die meisten E-Auto-Besitzer laden ihren Wagen zuhause, an einer Wallbox. Der staatliche Fördertopf der KFW-Bank dafür ist zwar inzwischen aufgebraucht, doch es gibt noch andere Fördermöglichkeiten: Zum Teil bieten Kommunen Förderprogramme an, aber auch einige Energieversorger. Manche Stadtwerke unterstützen den Einbau von Wallboxen zum Beispiel mit Rabatten. Auch im Saarland bieten das einige Energieversorger an.

Die Intention dahinter scheint klar: E-Auto-Besitzer brauchen künftig mehr Strom und sind damit ein attraktiver Stromkunde, dem manche Stromanbieter deshalb Extra-Stromtarife anbieten. Ob man das nutzen kann, hängt auch davon ab, welche Wallbox man installiert hat. Gut für Mieter: Die Gesetze haben sich zuletzt geändert, sodass man als Mieter jetzt leichter auch in der Tiefgarage des Wohnhauses eine Wallbox installieren kann.

Wallbox vom Fachmann installieren lassen

Eine Wallbox sollte man auf keinen Fall selbst anbringen, sondern immer von einem Elektriker installieren lassen. Der klärt zuvor auch, ob man überhaupt die Voraussetzungen dafür da sind, oder welche Kabel gegebenenfalls noch verlegt werden müssen. Die Installation einer Wallbox muss außerdem vor Inbetriebnahme auch immer dem Netzbetreiber gemeldet werden, heißt es bei der Bundesnetzagentur.

Einige Elektrofachbetriebe oder Autohersteller bieten an, die Kommunikation mit dem Netzbetreiber für den Verbraucher zu übernehmen. Für den Netzbetreiber ist diese Information wichtig, um die Auslastung des Stromnetzes genauer abschätzen zu können. Schließlich ändert sich auch das Verbrauchsverhalten, wenn eine Wallbox installiert wird. Zudem gibt es auch bestimmte Wallboxen, für die man eine Genehmigung braucht.

Mehr dazu im Netz

beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle:

beim ADAC:

  • Die eigene Wallbox: Leitfaden für Mieter und Eigentümer
  • Kostenvergleich Elektro, Benzin oder Diesel: Was ist günstiger?

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