Nachbildung der Justitia neben einem Aktenstapel (Foto: dpa Bildfunk)

Land startet Pilotphase für die e-Akte

  09.12.2018 | 14:54 Uhr

Das Saarland beginnt im kommenden Jahr eine Pilotphase für die Einführung elektronischer Akten an Gerichten. Daran werden laut Justizministerium zwei Gerichte teilnehmen. Hintergrund ist eine gesetzliche Änderung: Bis zum 1. Januar 2026 sind alle Bundesländer zur flächendeckenden Einführung der e-Akte verpflichtet.

Zunächst soll am Landgericht Saarbrücken an einer Zivilkammer und am Amtsgericht Ottweiler eine Testumgebung für e-Akten aufgebaut werden. Dadurch könnten juristische und arbeitsorganisatorische Fragen in der Praxis erforscht werden. Zusätzlich baut das Land den Einsatz von elektronischen Doppelakten weiter aus. An den Verwaltungs- und Finanzgerichten werden bereits seit längerem elektronische Doppelakten geführt, das heißt es werden parallel elektronische und Papier-Akten geführt.

Keine standardisierten IT-Produkte

Nach Angaben des Justizministeriums stellt die Digitalisierung der Justiz eine gewaltige technische Herausforderung dar. Ein Problem sei, dass die Arbeit der Justiz stark textlastig ist. Außerdem gebe es hohe Anforderungen an Verfügbarkeit und Sicherheit der Dienste. Aus diesem Grund sei auch nicht möglich, auf standardisierte IT-Produkte der Privatwirtschaft zurückzugreifen.

Da die Entwicklung eines eigenen e-Aktenproduktes aufwendig ist, haben die Gerichte bundesweit damit begonnen, Pilotprodukte zu installieren und sich zu Entwicklungsverbünden zusammengeschlossen.

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