E-Scooter stehen geparkt am Landwehrplatz in Saarbrücken. (Foto: SR 1 / Frank Falkenauer)

E-Scooter kommen in Saarbrücken gut an

Florian Possinger / Onlinefassung: Axel Wagner   24.11.2020 | 20:59 Uhr

Groß war die Aufregung in Saarbrücken, als die türkisfarbenen E-Scooter vor einem halben Jahr an den Start gegangen sind. Inzwischen ist davon allerdings nicht mehr viel übrig, die Scooter gehören zum Stadtbild.

Im Juni standen sie über Nacht plötzlich an vielen Straßenecken: E-Scooter. Tier Mobility, ein Berliner Unternehmen, stellt die Roller gegen eine Leihgebühr per Handy-App zur Verfügung. Fast ein halbes Jahr später ist die Firma zufrieden mit dem Geschäft in Saarbrücken, auch wenn man mit 300 E-Scootern relativ klein gestartet sei.

Video [aktueller bericht, 24.11.2020, Länge: 2:50 Min.]
Bilanz: Ein halbes Jahr E-Scooter in Saarbrücken

100 zusätzliche Scooter

„Zum Start im Juni war die Neugier sehr groß“, sagt Unternehmenssprecher Andreas Reuter. „Es waren viele Besucher aus dem Umfeld und aus Frankreich, die es ausgetestet haben. Mittlerweile haben wir einen großen Kundenstamm, der die Scooter mehrmals wöchentlich benutzt, zum Pendeln auf die Arbeit oder in der Freizeit.“

Um die Stammkundschaft zu vergrößern, stellt das Unternehmen inzwischen 400 Roller zur Verfügung. Mit ihnen wird nun ein Gebiet von Brebach bis Burbach und vom Deutschmühlental bis zur Uni abgedeckt.

Meyer-Gluche: Kaum noch Beschwerden

Die Saarbrücker haben sich mit den Rollern arrangiert, meint Bürgermeisterin Barbara Meyer-Gluche (Grüne). „Wir merken im Rathaus, dass die Beschwerden merklich weniger geworden sind.“ Anfangs habe es viele, teils auch berechtigte Beschwerden gegeben. Darauf sei Tier Mobility in Gesprächen auch eingegangen. „Momentan habe ich das Gefühl, dass es gut läuft. Wir haben weniger Beschwerden, und auch mein Eindruck vom Straßenbild ist, dass die Roller nicht mehr im Weg rum stehen, dass sich die Leute sehr daran halten.“

Unternehmen akzeptiert Beschränkungen

Das liegt vielleicht auch daran, dass Tier Mobility regelmäßig mit Polizei und Ordnungsamt spricht und sich auf einige Beschränkungen seitens der Stadt eingelassen hat. Nachtfahrten zwischen 22.00 und 5.00 bzw. 6.00 Uhr morgens sind nicht zugelassen. Alle Roller werden jede Nacht eingesammelt und wieder ordentlich aufgestellt.

„Zudem haben wir auf freiwilliger Basis eine ‚Street Patrol‘ eingeführt“, sagt Reuter. „Da haben wir eine Mitarbeiterin, die nachmittags die Scooter in der Stadt anläuft und schlecht geparkte Scooter umstellt, sodass die Akzeptanz in der Stadt immer mehr gewährleistet ist.“ 

Expansion nach Scheidt und Dudweiler

In Zukunft will das Berliner E-Roller Unternehmen in Saarbrücken noch etwas expandieren. Scheidt und Dudweiler sollen auch mit Rollern ausgestattet werden. Dafür will Tier in den kommenden Monaten Gespräche mit den Verantwortlichen im Rathaus führen.

 Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 24.11.2020 berichtet.

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