Auf einem Smartboard, auch Whiteboard genannt, ist in einer Schule das Piktogramm eines Rollstuhlfahrers zu sehen. Im Vordergrund: hochgestellte Stühle (Foto: picture alliance/dpa/Caroline Seidel)

DRK zieht sich aus Inklusionsbegleitung zurück

Steffani Balle / Onlinefassung: Axel Wagner   10.08.2021 | 18:26 Uhr

Der DRK-Kreisverband St. Ingbert zieht sich aus der Inklusionsbegleitung zurück. Grund sind Unstimmigkeiten mit dem Sozialministerium über die Bezahlung der Inklusionshelfer. Das Ministerium weist die Kritik des DRK-Kreisverbandes zurück.

20 Beschäftigten beim Kreisverband St. Ingbert des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wird zum Ende des Jahres gekündigt. Als Grund gibt der Vorsitzende des Kreisverbandes Roland Engel an, man wolle die Inklusionshelferinnen und -helfer anständig bezahlen, was dem Ministerium aber zu teuer sei.

Engel: Lohndumping vernichtet Jobs

Andere Anbieter beschäftigten Inklusionshelfer zum Mindestlohn von 9,60 Euro, das wolle das DRK aber nicht. Knapp 22 Euro sei das Mindeste, was man bezahlen wolle, damit der Lohn auch auskömmlich sei, eigentlich habe man knapp 30 Euro Stundenlohn angestrengt. Da mache das Ministerium aber nicht mit, so Engel.

DRK in St. Ingbert kündigt Inklusionshelfer
Audio [SR 3, (c) Steffani Balle, 10.08.2021, Länge: 01:02 Min.]
DRK in St. Ingbert kündigt Inklusionshelfer

Das DRK St. Ingbert habe seit über zehn Jahren immer um die 20 Inklusionshelfer beschäftigt, die rund 50 Kinder im Saarpfalz-Kreis und im Regionalverband Saarbrücken in 1:1-Betreuung begleiten. So wird Kindern mit Inklusionsbedarf der Besuch der Regelschule ermöglicht. Dass das Lohndumping jetzt ausgerechnet in diesem sozialen Bereich Arbeitsplätze vernichte, sei beschämend, so Engel.

Auch der behindertenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Ralf Georgi, kritisiert die Landesregierung. Sie würde an der falschen Stelle sparen. Die Leidtragenden seien am Ende die Kinder. "Inklusionshelfer leisten gute Arbeit und müssen daher auch entsprechend bezahlt werden", so Georgi.

Trägerübergreifender Stundensatz

Sozialministerium und DRK-Landesverband weisen in einer gemeinsamen Erklärung darauf hin, dass die 2008 vereinbarte Vergütung für alle Träger gleich sei. Eine stark abweichende Vergütung für Einzelne sei nicht vorgesehen. Anpassungen müssten zwischen Land und freier Wohlfahrtspflege neu verhandelt werden.

Über dieses Thema hat auch die SR3 Rundschau vom 10.08.2021 berichtet.

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