Landgericht Saarbrücken (Foto: dpa/Oliver Dietze)

Fechinger Doppelmörder vermutlich schuldfähig

Thomas Gerber   14.12.2018 | 06:52 Uhr

Der Doppelmörder von Fechingen ist vermutlich schuldfähig. Zu diesem Ergebnis kam die psychiatrische Sachverständige vor dem Saarbrücker Landgericht. Der 59-jährige Angeklagte hatte im Mai dieses Jahres auf einer Familienfeier wild um sich geschossen: Sein Sohn und sein Schwiegersohn wurden getötet, seine Ex-Frau und seine Tochter schwer verletzt.

Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht hatte Victor H. erstmals von Selbstmordgedanken berichtet. Er sei auf die Feier gegangen, um sich vor den Augen seiner Familie zu töten, habe die ihn doch jahrelang drangsaliert und mit seiner schweren Nierenerkrankung allein gelassen.

Die Sachverständige schloss zwar nicht aus, dass Victor H. tatsächlich an einer Depression leidet - allerdings handele es sich dabei eher um eine leichte Form, die allein könne sein Steuerungsvermögen nicht beeinträchtigt haben. Ob zu der Depression noch überbordender Affekt und Zorn hinzugekommen waren, was dann zu einer Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit geführt haben könnte, vermochte die Psychiaterin nicht zu beurteilen. Dies sei ins Ermessen des Gerichts gestellt.

Geständnis in erster Vernehmung

Zuvor hatte ein Kripobeamter berichtet, dass Victor H. in seiner Vernehmung unmittelbar nach der Tat, den Mord gestanden hatte. Er sei gezielt auf die Feier gegangen, um seine verhasste Tochter, seine Ex-Frau und seinen Sohn zu töten. Von Selbstmordabsichten sei in dieser Vernehmung keine Rede gewesen.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau am 14.12.18 berichtet.

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