Josef Dörr am 28.11.2021 auf einer AfD-Veranstaltung in Blieskastel (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

Josef Dörr aus der AfD ausgeschlossen

Carolin Dylla   04.02.2022 | 18:57 Uhr

Der frühere Chef der AfD im Saarland, Josef Dörr, ist aus der Partei ausgeschlossen worden. Hintergrund des Verfahrens sind Vorwürfe um satzungswidrige Doppelmitgliedschaften. Dörr selbst spricht von einer „Retourkutsche“ und will dagegen vorgehen.

Das Landesschiedsgericht Nordrhein-Westfalen der AfD hat den ehemaligen Chef des saarländischen Landesverbandes und Vorsitzenden AfD-Fraktion im Saarbrücker Landtag, Josef Dörr, aus der Partei ausgeschlossen. Das hat Dörr dem SR bestätigt.

Dörr: „Retourkutsche des Bundesverbands“

Das Urteil sei völlig aus der Luft gegriffen, so Dörr. Er werde beim Bundesschiedsgericht der Partei einen Antrag auf Überprüfung einreichen. Dörr kandidiert auf der zugelassenen Wahlkreisliste für Saarbrücken für die Landtagswahl im März.

Dörr nannte seinen Ausschluss eine „Retourkutsche des Bundesverbands“. Der hatte im Streit mit dem saarländischen Landesverband zuletzt einige gerichtliche Niederlagen hinnehmen müssen.

So hatte das Landgericht Saarbrücken Mitte Dezember geurteilt, dass der im Oktober 2020 gewählte Landesvorstand der Saar-AfD unrechtmäßig im Amt sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Verfahren seit 2016

Das Parteiausschlussverfahren gegen Dörr läuft schon seit 2016. Der damalige Bundesvorstand hatte ihm vorgeworfen, Mitgliedern der Freien Bürger-Union (FBU) 2015 satzungswidrige Doppelmitgliedschaften angeboten zu haben.

Das Bundesschiedsgericht der Partei hatte sich 2016 überzeugt gezeigt, dass unter den Mitgliedern der FBU ehemalige NPD-Mitglieder und Rechtsextremisten waren. Dörr hat die Vorwürfe stets abgestritten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 04.02.2022 berichtet.

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