Eine Schülerin sitzt im Unterricht mit Maske (Foto: dpa/Felix Kästle)

Streichert-Clivot verteidigt Präsenzunterricht für Abschlussklassen

  13.01.2021 | 16:14 Uhr

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) hat die gestaffelte Rückkehr von saarländischen Abschlussklassen in den Präsenzunterricht verteidigt. In einer Liveschalte mit der Initiatorin einer Petition gegen die Präsenzpflicht und dem Landesschülersprecher betonte die Ministerin am Mittwoch erneut, dass der Unterricht vor Ort momentan vertretbar sei.

Seit Montag gilt für saarländische Schülerinnen und Schüler in Abschlussklassen wieder die Präsenzpflicht. Dagegen hatte sich insbesondere unter den Schülern selbst Widerstand geformt. Selina Birk, Schülerin des BBZ Lebach, startete vergangene Woche eine Petition gegen den Präsenzunterricht der Abschlussklassen und hat nach eigenen Angaben bis heute rund 4000 Unterschriften gesammelt. Der Präsenzunterricht stelle angesichts der Infektionszahlen eine Gefahr für die Gesundheit der Schüler, Lehrkräfte und Angehörigen dar. Viele Schüler fühlten sich "im Stich gelassen", so Birk. Die privaten Kontakte würden stark eingeschränkt, in der Schule säßen aber mehr als 30 Haushalte zusammen.

Streichert-Clivot: einheitliche Abiturvorbereitung notwendig

Die Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) verteidigte dagegen die Rückkehr der Abschlussklassen in den Präsenzunterricht. Dieser sei für die anstehenden Abiturprüfungen beziehungsweise die Zulassung zum Abitur notwendig. Außerdem sei der Unterricht vor Ort vertretbar, da sich weniger Schüler als üblich an den Schulen befinden würden.

Eine schulspezifische Lösung - je nach technischer Ausstattung und der Möglichkeit, Abstand zu halten - sei nicht möglich, da das Abitur strengen Regeln unterliege. Die Vorbereitung darauf müsste überall gleich sein, so Streichert-Clivot. "Außerdem sehen wir, dass die Kontaktpersonen im Falle einer Infektion im schulischen Umfeld vergleichsweise leicht nachverfolgt werden können", ergänzte sie.

Auch Grundschüler sollen bald folgen

Man sei trotz vieler Investitionen in die Digitalisierung an den Schulen noch nicht so weit, dass Präsenzunterricht vollständig ersetzt werden könne. Deshalb kehren auch die Abschlussklassen anderer Schulformen ab nächste Woche wieder an die Schulen zurück. Und auch Grundschüler sollen nach Angaben der Ministerin schnellstmöglich wieder in die Schulen zurückkehren. Dies hänge allerdings von den Beratungen der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz Ende Januar ab.

Zuletzt hatte unter anderem die Bildungsgewerkschaft GEW an das saarländische Bildungsministerium appeliert, die Präsenzpflicht für Abschlussklassen aufgrund der hohen Infektionszahlen bis Ende des Monats auszusetzen.

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