Frau mit Mundschutz (Foto: Dorothee Barth/dpa)

Saar-Gesundheitsministerium gegen Mundschutzpflicht

Florian Possinger / Onlinefassung: Thomas Braun   31.03.2020 | 20:33 Uhr

In Österreich muss man ab Mittwoch einen Mundschutz tragen, wenn man in den Supermarkt geht. Auch die Stadt Jena plant eine Mundschutzpflicht. Im Saarland sieht man eine Pflicht eher kritisch.

In Asien gehört er schon seit Jahren zum normalen Bild in der Öffentlichkeit: der Mundschutz. Bei uns ist es noch ein ungewohnter Anblick, etwa beim Einkaufen Menschen mit Mundschutz zu begegnen. Aber es passiert immer häufiger.  

Video [aktueller bericht, 31.03.2020, Länge: 2:55 Min.]
Mundschutzpflicht in Läden bald auch im Saarland?

Von einer Verpflichtung hält das Gesundheitsministerium im Saarland allerdings wenig und ist damit auf einer Linie mit den meisten Bundesländern. "Einer Verordnung, allgemeinen Mundschutz zu tragen, stehen wir eher kritisch gegenüber, weil das Tragen eines Mundschutzes eine falsche Sicherheit suggeriert", sagt Bernd Schnabel vom saarländischen Gesundheitsministerium. Das Robert Koch Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stünden dem ganzen auch kritisch gegenüber. 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht ebenfalls keinen zusätzlichen Nutzen von einer Mundschutzpflicht. Im Gegenteil, falsche Handhabung der Masken, etwa mehrfaches Tragen, könnte das Infektionsrisiko sogar erhöhen.

Masken für infizierte Personen

Maskenpflicht auch im Saarland?
Audio [SR 3, Gerd Heger, 01.04.2020, Länge: 03:19 Min.]
Maskenpflicht auch im Saarland?

Für den Virologen Jürgen Rissland macht es Sinn, wenn infizierte Personen oder beispielsweise Menschen in einem "extrem exponierten Umfeld" - also zum Beispiel in einem Krankenhaus - solch einen Schutz tragen. Aber auch aufgrund der derzeit geringen Menge an verfügbaren Masken sei es nichts für die allgemeine Bevölkerung.

Die Argumente gegen eine allgemeine Pflicht überwiegen derzeit. Davon abraten, einen Mundschutz zu tragen, will das Gesundheitsministerium aber auch nicht. Das bleibe jedem Bürger selber überlassen. 

Über dieses Thema berichtete der "aktuelle bericht" im SR Fernsehen am 31.03.2020.

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