Helfer testen eine Frau mit einem Schnelltest auf das Coronavirus. (Foto: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Mögliches Aus der kostenlosen Schnelltests sorgt für Kritik

  04.08.2021 | 19:51 Uhr

Das Bundesgesundheitsministerium will das Angebot an kostenlosen Corona-Schnelltests Mitte Oktober beenden. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) unterstützt diese Pläne. Der gesundheitspolitische Sprecher der Saar-SPD, Magnus Jung, kritisiert den Vorstoß aus Berlin.

Kostenlose Schnelltests soll es laut den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Zukunft nur für Personen geben, die nicht geimpft werden können oder für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt (zum Beispiel Kinder, Jugendliche oder Schwangere).

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) steht hinter Spahns Plänen. Ab dem Zeitpunkt, an dem jeder ein Impfangebot bekommen habe, sollen Impfverweigerer ihre Schnelltests selbst bezahlen, so Hans' Haltung. Seit März hat der Bund die Kosten für mindestens einen Schnelltest pro Woche für alle Bürger übernommen.

Kosten könnten Testbereitschaft senken 

Doch der Vorstoß aus Berlin sorgt im Saarland auch für Kritik. Der gesundheitspolitische Sprecher und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Saarländischen Landtag, Magnus Jung (SPD), äußert sein Unverständnis. "Die Abschaffung kostenloser Corona-Schnelltests halte ich für einen völlig falschen Vorstoß. Wir befinden uns aktuell am Anfang einer vierten Welle und können es uns nicht leisten, dass wir Infektionen nicht frühzeitig erkennen, weil sich Bürgerinnen und Bürger aus Kostengründen nicht mehr regelmäßig testen lassen", so Jung.

Gerade im Saarland würde das Credo lauten: "testen, testen, testen." Daran müsste die Landesregierung festhalten. "Die Politik muss andere Wege finden, bislang impfskeptische oder zögerliche Personen von einer Impfung zu überzeugen", sagt Jung.

Vorwurf: Ausschluss vom sozialen Leben

Die Linken-Chefin im Bund, Susanne Hennig-Wellsow, bezeichnete die geplante Abschaffung der kostenlosen Corona-Schnelltests in der Zeitung "Tagesspiegel" als "schlicht asozial". Der FDP-Parteivize im Bund, Wolfgang Kubicki, warf der Bundesregierung in der "Bild"-Zeitung Wortbruch vor. In Zielsetzung und Wirkung komme es einer direkten Impfpflicht gleich, wenn die Regierung ungeimpfte Personen vom sozialen Leben ausschließe.

Eine Entscheidung könnte am kommenden Dienstag fallen. Beim Bund-Länder-Gipfel soll über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie entschieden werden. Auch über eine Verlängerung der Maskenpflicht insbesondere im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie im Einzelhandel bis ins Frühjahr 2022 soll gesprochen werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 04.08.2021 berichtet.

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