Arbeiter in der Schmiede bei Saarstahl (Foto: dpa)

"Freiwilligenprogramm" für sozialverträglichen Abbau

mit Informationen von Karin Mayer   23.12.2019 | 21:18 Uhr

Dillinger und Saarstahl haben jetzt bekanntgegeben, wie der angekündigte Personalabbau umgesetzt werden soll. Demnach gibt es vier neue Betriebsvereinbarungen, über die die Betriebsräte die Beschäftigen informiert haben. Klarheit über das genaue Ausmaß des geplanten Personalabbaus erwartet der Betriebsrat aber erst in einigen Wochen.

Vor drei Monaten hatte der Vorstandsvorsitzende von Saarstahl und Dillinger ein hartes Sparprogramm verkündet: Es sollen 250 Millionen Euro eingespart und 1500 Stellen abgebaut werden. Der Vorsitzende des Betriebsrates, Michael Fischer, sagte im SR-Interview, das Unternehmen Saarstahl werde die ersten Maßnahmen Anfang Februar präsentieren.

Video [aktueller bericht, 23.12.2019, ab Min: 11:01]
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Laut den Betriebsvereinbarungen haben Dillinger und Saarstahl für die befristet Beschäftigten, deren Verträge auslaufen, eine Transfergesellschaft eingerichtet. Ein bundesweit einmaliger Fall, so heißt es in einer Betriebsratsmitteilung. Allein von Dillinger haben bereits über 60 Mitarbeiter in die Auffanggesellschaft gewechselt. Nur wenige befristete Verträge wurden entgegen der Ankündigung des Vorstandes noch verlängert.

Freiwilligenprogramm und Altersteilzeit

Interview: Es sieht so aus, als müssten wir die Montan-Mitbestimmung wieder neu erkämpfen"
Audio [SR 3, Interview: Karin Mayer, 23.12.2019, Länge: 03:24 Min.]
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Insgesamt könnten 460 befristete Jobs wegfallen. Eine wichtige Rolle wird aber ein Freiwilligenprogramm und das Angebot der Altersteilzeit spielen. Nach SR-Informationen wurden allein 700 Mitarbeiter von Dillinger angeschrieben. Weitere Beschäftigte bei Saarstahl könnten von dem Angebot profitieren. Es richtet sich an alle, die im Jahr 1961 und früher geboren sind.

Wird das Freiwilligenprogramm gut angenommen, so könnte es nach SR-Informationen ausreichen, um den Personalabbau sozialverträglich umzusetzen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden vorsichtshalber trotzdem ausgeschlossen.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 23.12.2019.

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