Ein Mitarbeiter überwacht den Abstich des flüssigen Eisens (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Dillinger und Saarstahl machen Millionenverluste

Karin Mayer   24.03.2020 | 12:27 Uhr

Die Stahlunternehmen Dillinger und Saarstahl haben im vergangenen Jahr dreistellige Millionenverluste gemacht. Beide Unternehmen schauen auf ein außerordentlich schwieriges Geschäftsjahr zurück.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen von Saarstahl beträgt Minus 127,6 Millionen Euro. Dillinger hat 116,1 Millionen Euro Verlust gemacht. Der Umsatz ist ebenfalls bei beiden Unternehmen niedriger als im Vorjahr: Saarstahl hat 2,2 Milliarden Euro Umsatzerlös erzielt, Dillinger über 2 Milliarden Euro.

Schwieriges Umfeld

Der Vorstandsvorsitzende Tim Hartmann verweist auf konjunkturelle und strukturelle Probleme. Überkapazitäten und Zölle erschwerten das Geschäft. Die Preise für Stahlprodukte seien weiter unter Druck. Die Ergebnisse seien unter den Erwartungen zurückgeblieben, so der Vorstandsvorsitzende Tim Hartmann. Die angekündigten Sparmaßnahmen seien deshalb dringend nötig.

Video [aktueller bericht, 24.03.2020, Länge: 2:37 Min.]
Dillinger und Saarstahl mit Millionenverlusten

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Dreistelliger Millonenverlust bei Dillinger und Saarstahl
Audio [SR 3, Karin Mayer, 24.03.2020, Länge: 03:06 Min.]
Dreistelliger Millonenverlust bei Dillinger und Saarstahl

Der angekündigte Personalabbau von 1500 Stellen werde ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt, so Personalvorstand Peter Schweda. Das Unternehmen biete Altersteilzeit und ein Freiwilligenprogramm an. Befristet Beschäftigte könnten in eine Transfergesellschaft wechseln.

Teil des Strategieprozesses ist auch eine Vertriebsoffensive der Unternehmen. Der Vorstandvorsitzende Tim Hartmann nannte beispielsweise die Produktion von Eisenbahnschienen als neues Geschäftsfeld. Durch die Corona-Erkrankungen sehen sich die Stahlunternehmen vor zusätzlichen Herausforderungen und Unsicherheiten. Für 2020 kündigen Dillinger und Saarstahl weitere Verluste an.

Corona-Vorsichtsmaßnahmen verstärkt

Die Stahlunternehmen haben strenge Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus getroffen. Schichten wurden neu organisiert, Arbeitsplätze getrennt - dadurch gebe es nur wenige Fälle in den Belegschaften, so der Vorstandsvorsitzende.

Aktuell haben die Unternehmen die Produktion gedrosselt. Die Hochöfen werden nach Angaben des Unternehmens an der technisch unteren Grenze betrieben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 24.03.2020 berichtet.

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