Roboter arbeiten an einer Fertigungsstraße für Fahrzeuge. (Foto: SR)

Ein Drittel der Saar-Jobs durch Roboter ersetzbar

Axel Wagner   09.10.2018 | 11:04 Uhr

Die Digitalisierung schreitet auch auf dem saarländischen Arbeitsmarkt weiter voran. Nach Angaben der Agentur für Arbeit ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, deren Jobs zu großen Teilen von Computern übernommen werden könnten, deutlich gestiegen.

Zwischen 2013 und 2016 stieg die Zahl von 20,4 auf 30 Prozent. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Dabei wurde das sogenannte Substituierbarkeitspotenzial von Berufen berechnet. Das bedeutet: Können mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten in einem Beruf schon heute von Computern oder computergesteuerten Maschinen übernommen werden, könnten diese Jobs theoretisch gestrichen werden.

Video [aktueller bericht, 09.10.2018, Länge: 2:38 Min.]
Digitalisierung auf dem Arbeitsmarkt

Saarland an der Spitze

Bundesweit sind im Durchschnitt 25,2 Prozent der Jobs von einem Wegfall durch Computertechnik bedroht. Dass das Saarland mit 30 Prozent an der Spitze liegt, ist auf den hohen Anteil an Jobs im verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen. In dieser Branche sind heute schon besonders viele Jobs theoretisch durch Roboter ersetzbar (63,9 Prozent).

Selbsttest mit dem Job-Futuromat

Webtipp
Könnte ein Roboter meinen Job erledigen?
Mit dem Job-Futuromat können Sie herausfinden, wieviel Prozent Ihres Jobs heute schon von einem Computer oder Roboter erledigt werden könnte.

Jobboom und bessere Technik

Im Saarland stieg die Zahl der Beschäftigten in Berufen mit hohem Substituierbarkeitspotenzial von 76.500 im Jahr 2013 auf 114.100 in 2016 an. Das hängt nach Angaben der Arbeitsagentur mit zwei Faktoren zusammen: Zum einen stieg durch den wirtschaftlichen Aufschwung der vergangenen Jahre die Zahl der Beschäftigten insgesamt an, zum anderen hat aber auch die Zahl der Tätigkeiten zugenommen, die der Computer übernehmen kann.

Dass diese Stellen theoretisch wegfallen könnten, heißt aber nicht, dass dies auch tatsächlich geschieht. Eine Entscheidung darüber hängt laut IAB von vielen Faktoren ab. Wenn zum Beispiel der Einsatz von Menschen flexibler und günstiger ist oder sie einfach bessere Ergebnisse liefern als eine Maschine, bleiben diese Stellen eher erhalten.

Die geringsten Ersetzungspotenziale weisen der Agentur für Arbeit zufolge das Gastgewerbe (2,5 Prozent), der Bereich Erziehung und Unterricht (4,6 Prozent) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (5,8 Prozent) auf.

Das saarländische Wirtschaftsministerium kündigte an, systematisch gegen mögliche Negativeffekte des zunehmenden Technikeinsatzes vorzugehen. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) stellte klar: "Es soll keine Digitalisierungsverlierer geben."

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 09.10.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen