Ein Lehrer steht an einem Whiteboard und erklärt seiner Klasse etwas (Foto: picture alliance/Johannes Wagemann/dpa)

Kaum Geld aus Digitalpakt an Schulen angekommen

Steffani Balle   03.09.2020 | 14:27 Uhr

Die Digitalisierung der Schulen im Saarland geht nur langsam voran. Das hat Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) eingeräumt. Grund seien vor allem bürokratische Hürden. Das gelte auch für den Breitbandausbau im Saarland.

Video [aktueller bericht, 03.09.2020, Länge: 3:22 Min.]
Digitalpakt kommt kaum bei Schulen an

Für die digitale Ausstattung der saarländischen Schulen stehen insgesamt 60 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sind ein Jahr nach dem Start des Digitalpakts erst fünf Prozent bei den Schulen angekommen.

Bisher sind im Land 89 Anträge im Wert von rund acht Millionen Euro aus Kreisen und Kommunen für die Digitalisierung eingegangen. Rund drei Millionen Euro sind an die Schulträger geflossen. Damit haben Schulen ihr WLAN-Netz ausgebaut, Tablets für Schüler angeschafft oder Lernplattformen eingerichtet.

Anträge kompliziert und umfangreich

Kaum Geld aus Digitalpakt an Schulen angekommen
Audio [SR 3, Steffani Balle, 03.09.2020, Länge: 00:56 Min.]
Kaum Geld aus Digitalpakt an Schulen angekommen

Dass es noch verhalten anläuft, erklärt die Ministerin mit dem hohen bürokratischen Aufwand und der geringen Personalisierung bei den Schulträgern. Vieles müsse Europaweit ausgeschrieben werden, die Anträge seien kompliziert und umfangreich. Das hemme die Geschwindigkeit der Digitalisierung. Der Breitband-Ausbau im Land hinke hinterher, auch das hauptsächlich wegen bürokratischer Hürden.

FDP fordert Entbürokratisierung

Kritik daran, dass kaum Geld aus dem Digitalpakt an den saarländischen Schulen angekommen ist, kommt von der FDP: "Unterrichtspflicht gilt nicht nur für Schüler, auch der Staat hat eine digitale Unterrichtspflicht“, sagte der Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic.  Der Digitalpakt müsse radikal entbürokratisiert werden und solle dauerhaft für Lehrerfortbildungen geöffnet werden. Außerdem sprach sich Luksic dafür aus, digitale Endgeräte als Lernmittel für bedürftige Familien anerkennen zu lassen.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten am 03.09.2020 berichtet.

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