Entwurf zur neuen Strategie des saarländischen Digitaliserungsrats (Foto: SR)

Neue Digital-Strategie für das Saarland

Peter Sauer / Onlinefassung: Axel Wagner   01.02.2019 | 20:15 Uhr

Die Landesregierung will die Digitalisierung nutzen, um neue Jobs und Wirtschaftswachstum ins Saarland zu holen. Vor gut zwei Jahren hatte die damalige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) deshalb den Digitalisierungsrat gegründet. Seither hat man recht wenig von ihm in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Das soll sich jetzt ändern. Ministerpräsident Tobias Hans hat deshalb den Digitalisierungsrat gewissermaßen reaktiviert.

Der Digitalisierungsrat ist ein Beratungsgremium des Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU). Es besteht aus acht Persönlichkeiten aus der IT-Branche, die einen privaten oder beruflichen Bezug zum Saarland haben. Koordiniert wird er von Ammar Alkassar, dem Innovations-Bevollmächtigten der Landesregierung.

Bisher standen vor allem die vier Themen Infrastruktur, Wirtschaft, Bildung und Lebensqualität im Fokus des Digitalisierungsrates. Mit Blick auf den anstehenden Strukturwandel will man jetzt die Stärken des Digitalstandorts Saarland weiter ausbauen.

Video [aktueller bericht, 01.02.2019, Länge: 3:09 Min.]
Digitalisierungsrat mit neuer Strategie fürs Saarland

Saarländische Leuchttürme

„Da setzen wir mehr denn je auf unsere Leuchttürme, die wir hier im Saarland haben“, so Hans. Das seien die Cybersicherheit und die Künstliche Intelligenz (KI). „Mit dem CISPA in Saarbrücken und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) haben wir ein europaweites Alleinstellungsmerkmal, das es uns ermöglicht, neue Geschäftsideen zum einen im Saarland anzusiedeln und zum anderen aber auch den Technologietransfer in die Industrie zu schaffen.“  

Die vorhandenen Potenziale sollen also besser genutzt werden. Hier soll der Rat wichtige Impulse geben. Gerade im Bereich der künstlichen Intelligenz sehen Experten große Wachstumsmöglichkeiten.

„Das Thema KI hat in den letzten zwei Jahren eine unglaubliche Dynamik entwickelt“, so Alkassar. Hier sei das DFKI eine wichtige Steilvorlage, um die Digitalisierung voranzubringen.

Wissen soll genutzt werden

Um diesen Sprung zu schaffen soll das Wissen des Digitalisierungsrates häufiger angezapft werden, als das bisher der Fall war. „Wir haben auch die Arbeit des Rates neu aufgesetzt“, sagte Ministerpräsident Hans. „Wir wollen uns regelmäßiger treffen. Wir wollen uns vier Mal im Jahr treffen – zwei Mal präsent vor Ort hier in Saarbrücken, zwei Mal virtuell. Und wir werden zusätzlich eine Arbeitsplattform einrichten, in der wir dann miteinander auch an Texten und ganz konkreten Zielvorstellungen arbeiten.“

So soll vor allem auch die Bildung deutlich digitaler werden. Denn entscheidend ist bei der Digitalisierung die gesamte Bevölkerung mitzunehmen. Nur wenn man merke, so Hans, dass man beispielsweise Hallenzeiten in einer Saarland-App buchen oder Behördengänge digital erledigen könne, werde auch die nötige gesamtgesellschaftliche Durchdringung erreicht. Mit Hilfe des Digitalisierungsrates soll der Wandel vom Stahl- und Auto-Standort zum KI- und Cybersicherheits-Standort gelingen.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ des SR Fernsehen vom 01.02.2019 berichtet.

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