Auspuff eines VW Golf 2.0 TDI (Foto: Silas Stein/dpa)

Mehr als 1000 Klagen im Dieselskandal

  16.03.2019 | 12:45 Uhr

Das Landgericht Saarbrücken hat im Dieselskandal seit 2017 nach eigener Schätzung schon mehr als 1000 Klagen gegen Autohändler und -konzerne registriert. Gerichtssprecher Sigurd Wern sagte der dpa, derzeit seien noch rund 540 Verfahren anhängig.

„Dabei handelt es sich nicht ausschließlich, jedoch vorwiegend um Klagen gegen VW“, so Wern. Für diese Verfahren sei beim Landgericht Saarbrücken ausschließlich die hierauf spezialisierte 12. Zivilkammer mit drei Richtern zuständig.

Regelmäßig werde in dieser Sache auch Berufung beim Saarländischen Oberlandesgericht (OLG) eingelegt. Dennoch gebe es hier bislang noch kein einziges Urteil.

Viele außergerichtliche Einigungen

In Justizkreisen heißt es, vor Oberlandesgerichten komme es in der zweiten Instanz im Rechtsstreit mit VW oft zu außergerichtlichen Einigungen. Volkswagen könnte den Klägern Geld gezahlt und so ein Urteil abgewendet haben, das womöglich vom Bundesgerichtshof (BGH) noch bestätigt würde. VW-Sprecher Christopher Hauss erklärte, ob sich der Konzern für einen außergerichtlichen Vergleich entscheide, hänge von wirtschaftlichen Gesichtspunkten im jeweiligen Einzelfall ab.

Die Abgasmanipulationen von Volkswagen waren 2015 bekanntgeworden. Längst sind die vielen Gerichtsentscheidungen in Deutschland kaum noch zu überblicken. „Vor Landgerichten sind mittlerweile rund 15.000 Diesel-Verfahren ergangen, und die meisten sind im Sinne von Volkswagen oder der Händler entschieden worden“, so der VW-Sprecher. „Insgesamt waren oder sind 56.000 Verfahren an deutschen Gerichten anhängig.“ Hinzu kommt eine Flut von Klagen gegen andere Autohersteller.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 16.03.2019 berichtet.

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