Geldscheine auf einem Brief der Deutschen Rentenversicherung. (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Deutsche Rentenversicherung Saarland wird 100 Jahre

Sarah Sassou   29.04.2022 | 08:01 Uhr

Die Deutsche Rentenversicherung Saarland feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Deshalb ist die Behörde heute für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Jubiläumsfeier findet in der Saarlandhalle statt. Ein Rückblick in die Geschichte.

Seit 100 Jahren kümmert sich die Deutsche Rentenversicherung Saarland unter anderem um die Belange von Rentnerinnen und Rentnern, aber auch zum Beispiel um die Altersvorsorge. Am Freitag feiert sie deshalb Jubiläum in der Saarlandhalle. Daher ist die Behörde geschlossen.

Begonnen hat die Geschichte am 1. April 1922: Damals wurde die „Versicherungsanstalt des Saargebietes“ im Saarbrücker Schloss gegründet. Der Versailler Friedensvertrag machte das nach dem Ersten Weltkrieg notwendig, damit die Rentner an der Saar ihre Renten bekamen.

Saargebiet wieder in Deutschland

1935 kehrte das Saargebiet zurück nach Deutschland und die Behörde wurde damit zur „Landesversicherungsanstalt das Saarlandes“. Der Geschäftsbetrieb lief rund – bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Da viele Unterlagen zerstört waren, die Beitragseinnahmen gering ausfielen und das in Kriegsanleihen zwangsinvestierte Vermögen verloren war, konnten keine Renten mehr ausbezahlt werden. Doch die französische Militärregierung an der Saar sorgte dafür, dass die LVA neu gegründet wurde.

Weitere Aufgaben hinzugekommen

Im Lauf der Jahre übernahm sie weitere Aufgaben, zum Beispiel als Trägerin der Kranken- und Unfallversicherung und ab 1947 die Verwaltung der hüttenknappschaftlichen Pensionsversicherung der Stahlarbeiter.

1951 entstand das Gebäude in der Martin-Luther-Straße in Saarbrücken, in dem die Behörde heute noch untergebracht ist. Zurzeit wird es allerdings saniert, im kommenden Jahr soll es fertig sein. 

Deutsche Rentenversicherung Saarland (Foto: SR)
Die Deutsche Rentenversicherung Saarland in Saarbrücken

Als 1957 das Rentensystem unter Bundeskanzler Konrad Adenauer reformiert wurde, musste die Rentenversicherung sich darauf einstellen, dass das Kapitaldeckungsverfahren schrittweise durch das umlagefinanzierte Modell ersetzt wurde.

Regelmäßige Renten-Anpassungen

Eine weitere Neuerung in diesem Zusammenhang war auch die regelmäßige Anpassung der Renten, die sich auch an der aktuellen Lohnentwicklung und den Produktivitätsfortschritten der Wirtschaft orientiert.

Seit 2005 operiert sie als Deutsche Rentenversicherung Saarland, mittlerweile in der Selbstverwaltung. Das bedeutet, dass ein gewähltes Gremium aus Versicherten, Rentnern und Arbeitgebern bestimmt, wofür die Beiträge verwendet werden. Dieses demokratische System wurde schon 1958 eingeführt.

Rund 250.000 Versicherte

Die Deutsche Rentenversicherung Saarland ist zuständig für rund 250.000 Versicherte und zahlt rund 162.000 Renten aus. Hinzu kommen Gelder für Reha-Maßnahmen, 2021 waren das rund 1,98 Milliarden Euro. Man sei erste Anlaufstelle für Versicherte bei allen Fragen rund um Rente, Reha, Altersvorsorge und Prävention, so das Selbstverständnis der Behörde.

Die Corona-Pandemie hat die Behörde mit knapp 500 Beschäftigten vor neue Herausforderungen gestellt. „Rückblickend haben wir auch 2021 unser Beratungsangebot flexibel und im Sinne unserer Versicherten an wechselnde Corona-Bestimmungen angepasst“, so Geschäftsführerin Stephanie Becker-Kretschmer.

„Darüber hinaus haben wir Großprojekte wie die Einführung der Grundrente erfolgreich umgesetzt und unser Digitalisierungsprojekt wie auch die Sanierung des Verwaltungsgebäudes mit Hochdruck vorangetrieben. Mit demselben Elan werden wir auch künftige Projekte angehen.“

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau am 29.04.2022 berichtet.

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