Verlegung von Glasfaserkabeln (Foto: IMAGO / Jochen Tack)

Vodafone und Deutsche Glasfaser bauen in Saarbrücken aus

Axel Wagner   19.10.2022 | 15:20 Uhr

Bislang sollte nur die Deutsche Telekom in Saarbrücken das Glasfasernetz aufbauen. Jetzt hat die Landeshauptstadt auch mit Vodafone und der Deutschen Glasfaser eine Vereinbarung getroffen. Die genaue Verteilung steht allerdings noch nicht überall fest.

Fiber to the home (FTTH), also die Glasfaser-Verbindung bis ins Haus – das es soll in Saarbrücken in naher Zukunft für jedes Haus geben. Die Landeshauptstadt hat es sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, den Ausbau des Glasfasernetzes entsprechend zu fördern.

Zwei weitere Anbieter

Für Saarbrücken war bislang nur die Deutsche Telekom als Anbieter bekannt. Sie baut auf dem Eschberg und in Malstatt aus. Vergangene Woche hat die Stadtverwaltung nun auch mit Vodafone und der Deutschen Glasfaser eine Absichtserklärung, einen „Letter of Intent“, unterzeichnet.

„Durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit wollen wir den möglichst schnellen Netzausbau erreichen“, erklärte Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU). „Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist für den Standort Saarbrücken und die Menschen sehr wichtig.“

Vodafone erst in der Planungsphase

Wo und wann konkret ausgebaut wird, dazu will sich Vodafone noch nicht näher äußern. Man werde „mehrere tausend Haushalte“ in Saarbrücken anschließen, erklärte Unternehmenssprecher Thomas Martha auf SR-Anfrage. „Die Planungen laufen bereits, genaue Details stehen noch nicht fest.

Vodafone verweist in diesem Zusammenhang auch auf die am Montag bundesweit verkündete Glasfaser-Allianz mit der Luxemburger Finanzholding Altice. In einem neuen Gemeinschaftsunternehmen FibreCo will man in den kommenden sechs Jahren bis zu sieben Milliarden Euro investieren, um so sieben Millionen Haushalte mit Glasfaser versorgen zu können.

Deutsche Glasfaser im Saarbrücker Südosten

Konkreter sind dagegen die Pläne der Deutschen Glasfaser. Wie das Unternehmen auf SR-Anfrage mitteilte, plant man bereits den Glasfaserausbau in Bischmisheim, Ensheim und Eschringen, in Güdingen-Unner und Nachtweide sowie in Bübingen und Brebach-Fechingen.

Die Phase der Nachfragebündelung läuft nach Angaben der Deutschen Glasfaser bereits, vorerst bis zum 27. Januar. Mindestens 33 Prozent der Haushalte in einem Ausbaugebiet müssen einen Glasfaservertrag abschließen, damit der Ausbau überhaupt stattfindet.

Umstrittener Anbieter

Verläuft die Nachfragebündelung erfolgreich, dauert es nach Unternehmensangaben noch etwa 18 Monate, bis die ersten Haushalte angeschlossen werden.

Die Deutsche Glasfaser ist allerdings als Anbieter umstritten. Vor allem auf Bewertungsportalen und in sozialen Netzwerken werden immer wieder Beschwerden über die aggressive Vermarktungsstrategie des Unternehmens laut. In Merchweiler und dem Ortsteil Wemmetsweiler wurde der Ausbau im August wegen erheblicher Baufehler gestoppt.  

Die Saarbrücker Stadtverwaltung sieht darin jedoch kein Problem. „Die Deutsche Glasfaser ist ein erfahrenes, bundesweit agierendes Unternehmen mit täglich im Schnitt rund 400 Baustellen“, teilte Sprecher Daniel Schumann dem SR mit. „Der Letter of Intent ist sachlich und juristisch fundiert.“

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