Ein Schild mit dem Ford-Logo (Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg)

Ford-Betriebsrat und IG Metall signalisieren Kampfbereitschaft

mit Informationen von Patrick Wiermer   02.02.2022 | 15:28 Uhr

Im Bieterwettbewerb zwischen den Ford-Standorten Saarlouis und Valencia hat sich die Gewerkschaft IG Metall zusammen mit Ford-Betriebsräten kämpferisch gegeben. Details aus dem Zukunftskonzept für den Standort Saarlouis wurden bei einem Pressegespräch allerdings nicht genannt.

Spätestens im Juni 2022 soll eine Entscheidung im internen Bieterwettbewerb zwischen den Ford-Werken Saarlouis und dem spanischen Valencia über den Bau eines neuen E-Autos fallen. Bis Ende Januar mussten beide Werke Zukunftskonzepte einreichen.

Ford-Betriebsrat Gruschka kündigt Kampf um Saarlouis an
Video [SR Fernsehen, aktueller bericht, 02.02.2022, Länge: 03:38 Min.]
Ford-Betriebsrat Gruschka kündigt Kampf um Saarlouis an

Details aus dem Zukunftskonzept für den Standort Saarlouis wurden allerdings auch bei einer Presskonferenz nicht bekannt, die die Gewerkschaft IG Metall zusammen mit Ford-Betriebsräten am Mittwoch gab. Die Betriebsräte betonten erneut, dass es eine Geheimhaltungspflicht gebe.

Betriebsrat erwartet nur einen Sieger

Bis Mai werde man fast täglich zusammensitzen, um die Details auszuarbeiten, sagte Betriebsrat Markus Thal dem SR. Es gehe dabei um die großen Stellschrauben, wie etwa Logistik, Lage und Materialkosten.

Für Thal deute vieles darauf hin, dass es am Ende des Wettbewerbs nur einen Sieger geben kann. Daher kämpfe man für den Erhalt der Fertigung in Saarlouis. Für das Werk spreche unter anderem die hochqualifizierte Belegschaft.

Außerdem sei Saarlouis als Nächstes an der Reihe. 2025 läuft hier die Produktion des Focus aus. In Valencia gebe es hingegen noch Aufträge über diese Zeit hinaus.

IG Metall bereit für Konflikt

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hatten am Dienstag mitgeteilt, dass die Landesregierung alles auf den Tisch gelegt habe, was möglich sei. Sie nannten dabei die Ansiedlung des Batterieherstellers SVOLT oder die Unterstützung von Land und Bund etwa im Bereich weiterer Qualifizierung der Ford-Mitarbeiter.

Auch die Gewerkschaft IG Metall zeigte sich kämpferisch. Das Bieterverfahren sei eine infame Methode des Fordmanagements, sagte Jörg Köhlinger, Vorsitzender des Bezirks Mitte. Im Fall der Fälle könne man auch Kante im Konflikt zeigen.


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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 02.02.2022 berichtet.

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