Menschen demonstrieren in Saarbrücken für die „Initiative Seebrücke Saar“ (Foto: Becker & Bredel)

Hunderte demonstrieren für Flüchtlingshilfe

  01.09.2018 | 19:50 Uhr

Die Seebrücke ist eine europaweite Bewegung, die sich mit Menschen auf der Flucht solidarisiert. Auch im Saarland gibt es einen Ableger. Dessen Demo-Aufruf sind am Samstag in Saarbrücken laut Polizeiangaben rund 500 Menschen gefolgt.

Aus Sicht der Seebrücke-Aktivisten schottet sich Europa zunehmend ab und nimmt auf dem Mittelmeer ein Massensterben von Flüchtlingen hin. Die Bewegung setzt sich deshalb für sichere Häfen an Europas Küste ein. Außerdem sieht sie sich als Sprachrohr für Menschen, die ein Zeichen gegen den vermeintlichen Rechtsruck in der Gesellschaft setzen wollen.

Video [aktueller bericht am Samstag, 01.09.2018, Länge: 2:53 Min.]
Demo „Initiative Seebrücke Saar“

Seebrücke lehnt Ankerzentren ab

Tim Schweißer, Sprecher der "Seebrücke Saar“, glaubt, dass es nach wie vor viel Solidarität und Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung gibt – auch wenn gegenteilige Stimmen in der Öffentlichkeit gerade präsenter seien. Die Politik dürfe sich von diesen Stimmen nicht treiben lassen. Deshalb sei die Gruppe auch dagegen, dass aus der Landesaufnahmestelle in Lebach ein sogenanntes "Ankerzentrum“ wird. Dort herrschten schon jetzt lagerähnliche Zustände, in denen kein menschenwürdiges Leben möglich sei.

"Man kann auf Menschen, die hierher kommen, die aus ihrer Not fliehen, die vor Krieg, Hunger und Vertreibung fliehen, blicken und Angst haben", so Schweißer am Rande der Demonstration. "Man kann aber auch auf sie blicken und fühlen, dass es Menschen sind so wie alle Menschen, die schon hier leben, und dass sie ein Recht drauf haben, würdig behandelt zu werden."

Weitere Demonstrationen am Samstag

Parallel zur Demonstration der Seebrücke fand eine Kundgebung des rechtsextremen Bündnisses Saar statt. Nach Angaben der Polizei nahmen daran 16 Personen teil. Am Vormittag hatten zudem rund 80 Friedensaktivisten demonstriert. Alle Demos verliefen ohne Zwischenfälle.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 01.09.2018 berichtet.

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