Foto: SR

"Bunt statt Braun" protestiert gegen Kemmerich-Wahl

mit Informationen von Matthias Braun   07.02.2020 | 21:11 Uhr

Nach dem Eklat im Thüringer Landtag hat das Aktionsbündnis "Bunt statt Braun Saar" am Freitag eine Kundgebung in Saarbrücken organisiert. Unter dem Motto "Keine Zusammenarbeit mit der AfD!" trafen sich mehrere Hundert Demonstranten vor der Europagalerie und marschierten zur FDP-Geschäftsstelle in der Ursulinenstraße.

Das Bündnis wollte ein Zeichen gegen Rechts im Allgemeinen, aber besonders gegen den politischen Schulterschluss mit der AfD setzen. Rund 700 Demonstranten waren nach Angaben der Polizei gekommen. Zufriedenstellend für die Organisatoren, die spontan zur Demo aufgerufen hatten.

Video [aktueller bericht, 07.02.2020, Länge: 1:38 Min.]
„Bunt statt Braun“-Demo in Saarbrücken

Unterstützung von Tobias Hans

"Es ist ein fataler Dammbruch, der da in Thüringen passiert ist und dann muss man als Aktionsbündnis 'Bunt statt Braun' natürlich aufstehen. Und außerdem ist uns wichtig, dieses Zeichen auch ins Saarland zu transportieren, weil wir zeigen wollen, dass sowas hier auf gar keinen Fall passieren darf", sagte Philipp Weis, Sprecher von "Bunt statt Braun".

Neben saarländischen Politikern hatten sich auch Gewerkschaften, Jugendorganisationen und verschiedene Interessengruppen der Demonstration angeschlossen. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil. Anschließend schrieb Hans auf Twitter: "Mir war es wichtig, heute ein klares Zeichen zu setzen. Gegen die NS-Geister, gegen Rassismus, gegen Hass und Hetze." Nie wieder dürften demokratische Parteien – "sei es wissentlich, sei es auch nur fahrlässig" –  gemeinsame Sache mit rechtsextremen Kräften machen, teilte Hans mit.

Hintergrund der Demo war die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten mit Stimmen der CDU und der AfD. Am Freitagabend hat Kemmerich nach Informationen der Welt einen sofortigen Rücktritt als Thüringens Ministerpräsident abgelehnt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 07.02.2020 berichtet.

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