Auszubildende zur Köchin, arbeitet in der Küche eines Hotel-Restaurants (Foto: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)

Finanzieller Notstand im saarländischen Gastgewerbe

  17.03.2020 | 20:34 Uhr

Der saarländische Hotel-und Gaststättenverband Dehoga hat angesichts der Corona-Pandemie einheitliche Regelungen und finanzielle Hilfsleistungen der Bundesregierung gefordert. Auch die Gewerkschaft NGG-Saar setzt sich für mehr staatliche Unterstützung ein.

Die Schließung von Gaststätten und das verhängte Reiseverbot innerhalb Deutschlands stellt das Gastgewerbe auch im Saarland vor große Herausforderungen. Nicht nur die finanziellen Schwierigkeiten sondern auch die uneinheitlichen Regelungen zum Umgang mit der Pandemie bereiten den Betrieben laut dem Dehoga Saarland Sorgen. "Weder die Unternehmer noch deren Mitarbeiter oder auch die Gäste wissen, was gilt und woran sie sich halten sollen", sagte Frank C. Hohrath, der Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Er fordert daher bundesweite Richtlinien, um einen Abbau von Arbeitsplätzen weitgehend zu verhindern.

Finanzielle Hilfe benötigt

Außerdem müsse laut Dehoga-Präsident Guido Zöllick ein Nothilfefond geschaffen werden, der die Betriebe mit direkten finanziellen Hilfsleistungen unterstütze. "Wir benötigen ein wirkungsvolles Hilfsprogramm in Form von direkten Finanzhilfen. Wenn keine Umsätze mehr getätigt werden können, bedarf es zwingend unbürokratischer und schneller Hilfe." Die bestehenden Zuschüsse, etwa durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau und Bürgschaftsbanken (KfW), reichten momentan nicht aus.

Kurzarbeitergeld wird auf 90 Prozent erhöht

Vor allem die Beschäftigten im Gastgewerbe müssen laut NGG-Saar erhebliche Verluste hinnehmen. Das Kurzarbeitergeld betrage nur 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoentgelts, was bei einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 2000 Euro nicht ausreiche. Auch die entfallenden Trinkgelder seien hierbei zu beachten. Daher einigten sich die NGG-Saar und der Bundesverband der Systemgastronomie an diesem Dienstag auf eine bundesweite Erhöhung des Kurzarbeitergelds auf 90 Prozent.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 17.03.2020 berichtet.

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