Schüler melden im Unterricht. (Foto: dpa/Daniel Reinhardt)

Debatte um Gymnasialempfehlung

  12.08.2020 | 19:40 Uhr

Die von der CDU-Fraktion geforderte Wiedereinführung der verbindlichen Gymnasialempfehlung durch die Grundschulen im Saarland stößt auf Kritik. SPD und Linke im Saarland befürchten neue Ungerechtigkeit.

Die Forderung, nach einer Wiedereinführung der verbindlichen Gymnasialempfehlung durch die Grundschulen, ist ein Punkt im CDU-Positionspapier "Qualitätsoffensive Gymnasium", um das Abitur aufzuwerten.

"Der Weg, wie es jetzt ist, dass im Prinzip die Eltern frei entscheiden können, ist nicht zeitgemäß", sagt Frank Wagner, bildungspolitscher Sprecher der Saar-CDU.

Test oder Gespräch

Falls die Grundschullehrkraft keine Gymnasialempfehlung aussprechen sollte, könnte ein Testverfahren oder ein Gespräch mit der Schulleitung des aufnehmenden Gymnasiums laut Saar-CDU Klarheit bringen.

Die Saar-SPD kritisiert die Pläne. "Eine Verschärfung der Zugangsvoraussetzung zum Gymnasium schafft neue Ungerechtigkeit", so der bildungspolitische Sprecher, der Saar-SPD, Jürgen Renner. Es gebe keinen Grund, die Aussagekraft des Abiturs und die Werthaltigkeit der Abiturnoten generell in Zweifel zu ziehen.

Soziale Spaltung

Der CDU-Vorschlag vergrößere die soziale Spaltung des Bildungssystems, warnt die Linke im Saarland. Die Beratungsgespräche an Grundschulen hätten sich bewährt, meinen die Grünen.

Die Saar-AfD bezeichnete den CDU-Vorstoß als einen "Griff in die Mottenkiste". Eine Ausweitung der Leistungsbewertung führe nicht zu besseren Ergebnissen.

Eltern und Lehrer für Debatte

Der Saarländische Philologenverband und die Landeselternvertretung hingegen begrüßten die Debatte über die Weiterentwicklung des Gymnasiums im Saarland. Dass die CDU die Zugangsvoraussetzungen zum Gymnasium und die Übergangsregularien auf den Prüfstand stellen möchte, spiegele auch das Meinungsbild einer Elternumfrage im vergangenen Jahr wider, so Katja Oltmanns, Vorsitzende der Landeselternvertretung Gymnasien.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktueller bericht" im SR Fernsehen vom 12.08.2020 berichtet.

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