Stellenangebote bei einer Arbeitsagentur (Foto: dpa)

Wie Datenhändler die Jobbörse missbrauchen

Nick Schader   02.05.2019 | 10:41 Uhr

Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit wird offenbar massiv zum Datendiebstahl missbraucht. Nach Recherchen des SWR schalten Datenhändler dort täglich tausende falsche Stellenanzeigen, nur um an die Daten von Bewerbern zu kommen.

Die SWR-Reporter konnten mehrere Datenhändler ausfindig machen, die jeden Tag bis zu 3000 Stellenanzeigen in der Jobbörse veröffentlichen. Dabei geht es um vermeintliche Jobs im gesamten Bundesgebiet und in fast allen Branchen. Bewerber werden stets aufgefordert, ihre Unterlagen per E-Mail zu verschicken.

Die SWR-Reporter haben die angeblichen Jobvermittler verdeckt kontaktiert. Dabei wurde ihnen der Zugriff auf Tausende Bewerberdaten per Flatrate angeboten, mitsamt Lebensläufen und Zeugnissen.

Keine Erkenntnisse über Datenmissbrauch

Die Bundesagentur für Arbeit teilte mit, sie habe bisher keine Erkenntnisse, dass ihre Jobbörse von Datenhändlern missbraucht werde. Experten sprechen von einer neuen Dimension des Daten-Missbrauchs.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 02.05.2019 berichtet.

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