Eine Behelfs- oder Alltagsmaske wird genäht (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

Darauf sollten Verkäufer von Gesichtsmasken achten

Daniel Dresen   26.04.2020 | 14:01 Uhr

Viele Saarländer fertigen während der Corona-Pandemie Gesichtsmasken in Eigenproduktion an und bieten diese zum Verkauf. Doch nach Auskunft der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Saarland gibt es dabei einiges zu beachten.

Die IHK im Saarland warnt unter anderem davor, Gesichtsmasken als "Atemschutzmasken" oder "Schutzmasken" anzubieten, weil diese Bezeichnungen suggerieren, es handele sich hierbei um ein getestetes medizinisches Produkt. Abmahnungen von Atemschutzmasken-Herstellern könnten drohen. Rechtlich unproblematisch seien hingegen die Bezeichnungen "Gesichtsmaske", "Mund-Nasen-Maske", "Community-Maske" oder "Alltagsmaske".

Gewerbeanmeldung ein Thema

Wer plant, länger als drei Monate Masken zu produzieren und diese mit Gewinn verkaufen zu wollen, muss ein Gewerbe anmelden. Wird die Herstellung nicht als Haupttätigkeit ausgeübt, sollten die Masken-Näher bei der Gewerbeanmeldung diese als Nebenerwerb angeben.

Die Gewerbeanmeldung kostet im Saarland einmalig 45 Euro. Die Vorteile laut IHK: Stoffe und Arbeitsmaterialien können über den Großhandel bezogen, Kosten steuerlich abgesetzt und die fertigen Produkte über Handelsplattformen verkauft werden. Die Gewerbeanmeldung führt zu einer IHK-Mitgliedschaft. IHK-Beiträge entstehen erst ab einem Ertrag von 5200 Euro.

Das Herstellen einfacher Gesichtsmasken ist laut IHK kein Handwerk. Es muss daher keine Eintragung in die Handwerksrolle erfolgen.

Kleinunternehmer-Regelung möglich

Wer weniger als 22.000 Euro Umsatz pro Jahr erwirtschaftet, kann von der Kleinunternehmer-Regelung profitieren. Der Antrag muss beim Finanzamt gestellt werden und erspart die Erhebung und Abführung der Mehrwertsteuer.  

Wer kürzer als drei Monate lang Masken zum Verkauf anbietet, sollte sich ebenfalls an sein Finanzamt wenden. Denn in diesem Fall fehlt die für die Gewerbeanmeldung erforderliche Dauerhaftigkeit, so die IHK.

Weitere Informationen

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