Krankenhäuser im Saarland: St. Josef Krankenhaus in Dudweiler (Foto: Pasquale D’Angiolillo)

Dudweiler Krankenhaus soll 2025 schließen

  18.03.2021 | 19:00 Uhr

Der Klinikbetreiber CTS will das Krankenhaus in Dudweiler 2025 schließen. CTS-Geschäftsführer Rafael Lunkenheimer bestätigte dem SR einen entsprechenden Zeitungsbericht. Dafür soll der Standort auf dem Rastpfuhl deutlich ausgebaut werden.

Der CTS-Standort Rastpfuhl soll deutlich ausgebaut und damit zukunftsfest gemacht werden - so der aktuelle Plan. Wenn die erwartete Förderzusage des Gesundheitsministeriums komme, könne schon Anfang oder Mitte kommenden Jahres mit dem Anbau begonnen werden, sagte der Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (CTS), Rafael Lunkenheimer, dem SR.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

"Diese Neubauvorhaben ist die Grundlage dafür, dass wir den Standort St. Josef schließen können", so Lunkenheimer. Denn dann könnten die in Dudweiler vorhandenen Strukturen und Abteilungen nahezu 1:1 auf den Rastpfuhl verlegt werden. Langfristig würden damit auch Arbeitsplätze gesichert. "Das Personal wird übernommen, es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben", versicherte Lunkenheimer.

CTS will St. Joseph Krankenhaus in Dudweiler schließen
Audio [SR 3, Steffani Balle, 19.03.2021, Länge: 03:02 Min.]
CTS will St. Joseph Krankenhaus in Dudweiler schließen

Zuvor hatte die Saarbrücker Zeitung über die Schließungspläne berichtet. Demnach schreibe das Dudweiler St. Josefs-Krankenhaus rote Zahlen. Für das laufende Jahr plane die CTS mit einem Verlust von 900.000 Euro. Zudem gebe es einen hohen Sanierungsstau. 2017 habe ein Gutachten einen Investitionsbedarf von 23 Millionen Euro ermittelt. Unter den verschärften gesetzlichen Rahmenbedingungen könne sich die CTS den Weiterbetrieb nach eigenen Angaben nicht leisten, heißt es im Zeitungsbericht.

Die Mitarbeitervertretung zeigte sich dem Bericht zufolge von den Plänen nicht überrascht und trage die Entscheidung mit.

Scharfe Kritik an der Entscheidung

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die angekündigte Schließung. Nach den Schließungen in Wadern, Dillingen, Losheim und Ottweiler gehe das Kliniksterben weiter, sagte der Verdi-Pflegebeauftragte Michael Quetting. Dabei zeige gerade die Corona-Pandemie, dass "ein abgestimmtes Miteinander der unterschiedlichen Versorgungsstufen" notwendig sei.

"Entscheidungen, ob etwas geschlossen wird oder nicht, obliegt dem Gesetzgeber und nicht der Willkür eines katholischen Trägers", so Quetting. Eine bedarfsorientierte Versorgungssteuerung verlange nach demokratischer Mitwirkung.

Die Gewerkschaft kritisiert auch die Politik: Der saarländische Krankenhausplan sei wohl nicht das Papier wert, auf dem er gedruckt sei, wenn jeder Träger nach Gusto Häuser schließen oder verlegen könne. In diese Richtung zielt auch die FDP: Dass die Krankenhausträger die Initiative übernehmen statt der Landesregierung, sei ein Armutszeugnis für deren Gesundheitspolitik. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linkenfraktion Astrid Schramm wirft den Regierungspartein der vergangenen Jahre vor, Krankenhäuser als Kostenträger zu sehen.

Krankenhaus-Gesellschaft sieht keine Versorgungslücke

Die Saarländische Krankenhausgesellschaft sieht hingegen keinen Anlass zur Kritik, da keine Versorgungslücke entstehe. Menschen in Dudweiler allerdings sehen sich durch diese Entscheidung ein weiteres Mal durch die Landeshauptstadt abgehängt und werfen Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) vor, keine seiner Versprechen, Dudweiler aufzuwerten, einzuhalten.

Saarbrückens zuständiger Beigeordneter, Tobias Raab, gab zu Protokoll, dass die Stadt am Donnerstag sehr kurzfristig von der cts informiert worden sei. Die angekündigte Schließung würde für Dudweiler ein herber Schlag sein. Da der Stadt nicht bekannt sei, wie die Erweiterungspläne am Rastpfuhl konkret aussehen sollen, könne derzeit auch nicht beurteilt werden, ob diese baurechtlich überhaupt umsetzbar seien.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.03.2021 berichtet.

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