Geldscheine mit dem Umriss des Saarlandes (Foto: SR)

30 Millionen Euro Soforthilfe für Unternehmen

Mit Informationen von Sarah Sassou   19.03.2020 | 16:12 Uhr

Die Landesregierung hat weitere Soforthilfe für kleine und mittlere Unternehmen angekündigt. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) und Finanzminister Peter Strobel (CDU) stellten ein Zuschussprogramm über 30 Millionen Euro vor. Die Industrie- und Handelskammer Saarland (IHK) fordert einen Rettungsschirm für den Mittelstand im Land.

Unternehmer könnten durch das Programm, das am Dienstag im Kabinett verabschiedet werden soll, Zuschüsse zwischen 3000 und 10.000 Euro beantragen. Außerdem werde das Kreditprogramm von zehn auf 25 Millionen Euro aufgestockt und durch eine Landesbürgschaft gestützt. Durch die Corona-Krise existenzgefährdete Unternehmer könnten Steuerstundungen und angepasste Vorauszahlungen beantragen. Mit den Maßnahmen wollen Rehlinger und Strobel nach eigenen Angaben die Unternehmer beruhigen und die Zeit überbrücken, bis ein erwartetes Bundesprogramm greift.

Video [aktueller bericht, 19.03.2020, Länge: 2:51 Min.]
Unternehmen in der Coronakrise

IHK fordert weitere Schritte

Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Saarland hält man die Vorsichtsmaßnahmen angesichts der Corona-Pandemie für geboten und verhältnismäßig, fordert aber weitere Schritte zum Schutz von Arbeitsplätzen und Unternehmen. „Die Bundesregierung hat mit dem erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld, der Zusage von unbegrenzten Liquiditätshilfen und steuerlichen Erleichterungen bereits wichtige Schritte eingeleitet“, so IHK-Präsident Hanno Dornseifer. „Wir befürchten allerdings, dass diese im Saarland bei Weitem nicht ausreichen, um irreversible Schäden der saarländischen Wirtschaft zu vermeiden.“

Video [aktueller bericht, 19.03.2020, Länge: 2:58 Min.]
Pressekonferenz mit Anke Rehlinger zur Soforthilfe

Soforthilfe für Klein- und Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige
Audio [SR 3, Karin Mayer/Sarah Sassou, 19.03.2020, Länge: 03:33 Min.]
Soforthilfe für Klein- und Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige

Schon heute sei absehbar, so Dornseifer, dass der Rückgang der Wirtschaftsleistung deutlich stärker ausfallen wird als im Finanzkrisenjahr 2009. Vor diesem Hintergrund fordert die IHK, die Schuldenbremse vorübergehend außer Kraft zu setzen, um dem Land mehr Spielraum zur Kreditaufnahme zu eröffnen. Kleinere Unternehmen, die nur wegen der Coronakrise in Not geraten, sollten mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen von bis zu 25.000 Euro vor der Insolvenz geschützt werden. Außerdem solle das Land sich über einen Fonds auf Zeit an größeren mittelständischen Unternehmen beteiligen, die durch die Corona-Krise in ihrer Existenz gefährdet sind.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.03.2020 berichtet.

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