Spielzeug liegen in neiner Kita auf dem Boden. (Foto: picture alliance/dpa | Monika Skolimowska)

Grundschüler und Kita-Kinder kehren zurück

mit Informationen von Patrick Wiermer   22.02.2021 | 16:46 Uhr

Mit Inkrafttreten der neuen Corona-Verordnung hat am Montag im Saarland der Wechselunterricht in Grundschulen begonnen. Auch der Aufruf an Eltern, Kita-Kinder zuhause zu lassen, gilt nicht mehr.

Seit Montag entfällt der Aufruf für Eltern von Kita-Kindern, ihre Kinder möglichst zuhause zu betreuen. Die saarländischen Kitas mit rund 36.000 Kindern und rund 6700 pädagogischen Fachkräften sind zurück im Regelbetrieb. Das hat auch Auswirkungen auf den Bezug des Kinderkrankengeldes. Eltern können sich nun nicht mehr auf die behördliche Empfehlung zur Kinderbetreuung zuhause berufen und entsprechend auch nicht mehr das ausgeweitete Kinderkrankengeld in Anspruch nehmen, wenn sie ihre Kinder weiter dennoch alleine betreuen.

Erste Bilanz: Viele Kinder wieder da

Ein ganz besonderer Kita-Tag
Audio [SR 3, Studiogespräch: Janek Böffel/Patrick Wiermer, 22.02.2021, Länge: 03:45 Min.]
Ein ganz besonderer Kita-Tag

Nach Angaben der Stadt Saarbrücken haben am Montag rund zwei Drittel aller Kindergartenkinder und drei Viertel aller Krippenkinder wieder ihre Einrichtungen besucht. Bei den Evangelischen Kitas gab es unterschiedliche Entwicklungen. In einigen Einrichtungen seien allerdings wieder alle Kinder da gewesen. Zum Vergleich: In der vergangenen Woche waren es noch im Schnitt etwa ein Drittel aller Kinder.

Grundschüler gehen wieder in die Schule

Außerdem sind seit nun auch rund 31.500 Grundschüler im Saarland zumindest zeitweise wieder in die Schule. Für sie gibt es nach rund zwei Monaten erstmals wieder Präsenzunterricht - vorerst aber im Wechselbetrieb. Jeweils rund die Hälfte der Schüler habe Präsenzunterricht, die andere Hälfte lernt von zuhause. Die Präsenzpflicht in Schulen war coronabedingt am 16. Dezember aufgehoben worden. Nur Abschlussklassen kehrten ab dem 11. Januar zurück in den Präsenzunterricht, für alle anderen Schüler gab es Fernunterricht. Der gilt auch weiterhin für einen Großteil der Schüler in weiterführenden Schulen.

Obwohl im Landkreis St. Wendel der Inzidenzwert am Sonntag wieder über 100 lag, deutlich über dem saarländischen Durchschnittswert von mehr als 61, sieht das saarländische Bildungsministerium derzeit keinen Grund, von der derzeitigen Schulstrategie abzuweichen. Sollte eine Umkehr von der jetzigen Öffnung aufgrund von steigenden Inzidenzen notwendig sein, würde man das landesweit regeln, betonte ein Sprecher des Ministeriums. Einen Automatismus, ab welcher Inzidenz etwas passieren muss, gebe es nicht.

"Hinschauen, wo Cluster entstehen"

Das betonte auch Udo Recktenwald (CDU), Landrat von St. Wendel. Man brauche eine längerfristige Strategie statt tagesabhängigen Entscheidungen anhand des Inzidenzwertes, so Recktenwald. Außerdem sei es "nicht zielführend", wenn jeder Landkreis seine eigenen Entscheidungen treffe.

Grundschüler und Kita-Kinder kehren zurück
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 22.02.2021, Länge: 03:06 Min.]
Grundschüler und Kita-Kinder kehren zurück
Mit Inkrafttreten der neuen Corona-Verordnung im Saarland geht es heute für viele kleine und größere Kinder wieder in den Kitas und Schulen los. Zeitgleich wird in anderen Bereichen die Maskenpflicht ausgeweitet und es gilt ein Werbeverbot für bestimmte Produkte.

"Ich würde nach dem ersten Tag der Schulöffnungen abwarten, wie sich die Lage entwickelt und insbesondere hinschauen, wo die Cluster entstehen", so Recktenwald weiter. Dann könne man lokal entscheiden und gegebenenfalls Maßnahmen an betroffenen Schulen ergreifen.

Im benachbarten rheinland-pfälzischen Landkreis Birkenfeld geht man einen anderen Weg: Wegen der hohen Inzidenz im Kreis bleiben nach SWR-Informationen dort alle Grund- und Förderschulen geschlossen, obwohl das Bundesland Rheinland-Pfalz Öffnungen erlaubt hatte.

Maskenpflicht wird ausgeweitet

Während im Bildungsbereich die strengen Coronabeschränkungen damit etwas gelockert wurden, gelten in anderen Bereichen schärfere Regeln. So müssen laut der neuen Corona-Verordnung künftig auch im Auto die Mitfahrenden eine medizinische Maske tragen - sofern sie nicht alle aus einem Haushalt stammen. Der Fahrer selbst ist von der Maskenpflicht ausgenommen.

Medizinische Masken müssen künftig auch Kunden und Personal beim Erbringen von Dienstleistungen am Menschen tragen, wie etwa Friseure ab dem 1. März.

Werbeverbot für bestimmte Produkte

Außerdem gibt es ein Werbeverbot für Produkte, die nicht zum täglichen Bedarf gehören. Das Verbot richtet sich an alle Handelsbetriebe, die nach dem Schwerpunktprinzip während des Lockdowns ohne Einschränkungen ihr Warensortiment anbieten können. Wenn das Verbot nicht eingehalten wird,  droht ein Bußgeld zwischen 1000 und 10.000 Euro.

Kontaktregeln gelten weiterhin

Weiterhin Bestand haben die strengen Kontaktregeln, wonach sich ein Haushalt höchstens mit einer weiteren, nicht zum eigenen Haushalt gehörenden Person treffen darf. Auch Geschäfte bleiben bis auf die bestehenden Ausnahmen weiter geschlossen.

Der Ministerrat hat die neue Corona-Verordnung zunächst bis zum 28. Februar verlängert. In der nächsten Woche werde eine neue Verordnung auf den Weg gebracht, die dann auch die Öffnung der Friseurbetriebe ab dem 1. März aufnehme, sagte der Regierungssprecher.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.02.2021 berichtet.

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