Symbolfoto Corona Notbremse (Foto: picture alliance / Flashpic | Jens Krick)

Diese Corona-Regeln gelten im Saarland

 

Jeweils abhängig vom Infektionsgeschehen gelten im Saarland bestimmte Regeln, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Welche Maßnahmen aktuell gelten, zeigt diese Übersicht.


Inzidenz unter 100: Saarland-Modell

Bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 in einem Landkreis gelten die Regelungen des Saarland-Modells, das vor allem auf eine breite Testung in der Bevölkerung setzt.

Es gilt eine Kontaktbeschränkung: Private Zusammenkünfte sind seit dem 11. Juni wieder mit bis zu zehn Personen möglich, und zwar ohne Testnachweis drinnen und draußen. Eine Haushaltsbegrenzung gibt es nicht. Kinder bis 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Ausgenommen von den Kontaktbeschränkungen sind per Bundesgesetz vollständig geimpfte oder von Corona genesene Personen.

Eine Ausgangsbeschränkung gibt es nicht.

In Geschäften mit Artikeln des täglichen Bedarfs gilt eine begrenzte Kundenzahl, außerdem eine Maskenpflicht. Seit dem 4. Juni gibt es im saarländischen Einzelhandel keine Testpflicht mehr. Die Quadratmeterregel wurde am 11. Juni von 15 auf 5 Quadratmeter Fläche pro Person angepasst. 

Seit dem 11. Juni gibt es in der Außengastronomie keine Testpflicht mehr. Seit dem 31. Mai ist wieder Innengastronomie möglich. Tische müssen hierfür reserviert werden. Maximal zehn Personen dürfen an einem Tisch Platz nehmen. Jenseits des Sitzplatzes muss eine medizinische Maske getragen werden.

Gastronomiebetriebe dürfen von morgens 6.00 Uhr bis 1.00 Uhr nachts öffnen. Alkoholausschank ist seit dem 11. Juni bis 1.00 Uhr erlaubt.

Die Testpflicht bei körpernahen Dienstleistungen entfällt (z.B. beim Frisör), wenn dauerhaft Masken getragen werden. Dort ist seit dem 11. Juni auch kein Termin mehr nötig. Ein Testnachweis muss nur erbracht werden, wenn Masken nicht dauerhaft getragen werden können, z.B. bei der Bartrasur. Für rein medizinische Behandlungen wie Ergo- oder Physiotherapie gilt diese Einschränkung nicht.

Hallenbäder, Thermen und Saunen können unter Auflagen und in Verbindung mit einem negativen Test seit dem 11. Juni wieder öffnen.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Museen, Galerien, Theater und Kinos dürfen öffnen. Auch der Besuch von Strandbädern und Freibädern ist möglich. Besucher benötigen einen negativen Test*.

Im Freien ist kontaktfreier Sport ohne Coronatest erlaubt, Minderjährige brauchen seit 4. Juni auch für Kontaktsport draußen keinen Test mehr. Für Kontaktsport drinnen brauchen Erwachsene einen tagesaktuellen negativen Test*. Beim Kontaktsport und beim kontaktfreien Sport im Innenbereich gibt es seit dem 11. Juni für alle Personen unter 18 Jahren keine Testpflicht mehr.

Zuschauer beim Sport sind seit dem 11. Juni wieder erlaubt.

Veranstaltungen können seit dem 11. Juni unter Auflagen zur Kontaktnachverfolgung und Hygiene sowie in Verbindung mit einem negativen Test mit 250 Personen unter freiem Himmel und 100 Personen in geschlossenen Räumen stattfinden. Auch Veranstaltungen mit über 250 Personen sind unter freiem Himmel möglich, wenn ein Hygienekonzept vorliegt und die Ortspolizei es genehmigt, allerdings nur bei einem dringenden und unabweisbaren Bedürfnis. Laut dem Sprecher des Gesundheitsministeriums besteht etwa für Public Viewing oder Open Air-Konzerte kein solches Bedürfnis.

Musizieren und Gesang im Außenbereich (inkl. Proben von Chören und Orchestern im Freien, auch mit Blasinstrumenten) ist möglich. Musikschulen dürfen ihren Gruppenunterricht wieder größenunabhängig durchführen. Negative Tests sind nötig.

Gemeindegesang in religiösen Einrichtungen ist seit dem 11. Juni wieder zulässig. Ebenso kann Unterricht zur Vorbereitung religiöser Anlässe ohne Test durchgeführt werden.

Seit dem 31. Mai gelten zudem im Tourismus einige Lockerungen. Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und auf Campingplätzen zu touristischen Zwecken sind wieder möglich. Dazu zählt auch die Nutzung der üblichen Gastro-Angebote wie Frühstück. Voraussetzung dafür ist ein Hygienekonzept. Es dürfen jedoch nicht mehr als 70 Prozent der Betten ausgelastet sein. Bei mehrtägigen Aufenthalten brauchen Gäste nur alle 48 Stunden einen negativen Schnelltest. Auch Touristische Reisebusreisen und Schiffsreisen sind wieder erlaubt.

In den Sommerferien können Ferienfreizeiten mit einer Gruppengröße von bis zu 30 Kindern zuzüglich Betreuungspersonal durchgeführt werden. Vorrausetzung zur Durchführung sind ein negativer Testnachweis bei Anreise sowie ein erneuter Testnachweis alle 48 Stunden (wie im Hotelbetrieb).

Seit dem 31. Mai sind die Schulen wieder zurück im vollen Präsenzbetrieb. Am 11. Juni entfällt auf Außengelände von Schulen die Maskenpflicht, ab 14.6. auch im Sportunterricht.

Seit dem 4. Juni soll der Zugang zu Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen leichter möglich sein. So dürfen Tagespflege-Einrichtungen unter Eigenverantwortung der Träger wieder in den Regelbetrieb zurückkehren. Zudem müssen sich vollständig Geimpfte und Genesene vor einem Besuch nicht mehr testen lassen. Patienten in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen dürfen täglich von einer Person für eine Stunde besucht werden.

Nach Antrag können bei standesamtlichen Trauungen die jeweils zuständigen Behörden den Kreis der Teilnehmer erweitern.


Inzidenz über 100: Bundesnotbremse

Ab einer Inzidenz von mehr als 100 an mindestens drei Tagen in Folge greift ab dem jeweils übernächsten Tag die Bundesnotbremse.

Kontaktbeschränkung: Treffen im öffentlichen und privaten Raum sind nur noch für einen Haushalt mit maximal einer weiteren Person erlaubt.

Zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr gilt eine Ausgangsbeschränkung, alleine Spazierengehen oder Joggen bleibt bis 24.00 Uhr erlaubt. Personen, die von Corona genesen oder vollständig geimpft sind, und das entsprechend nachweisen können, sind von diesen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen ausgenommen.

Für Geschäfte mit Artikeln des täglichen Bedarfs gilt wie zuvor eine begrenzte Kundenzahl, außerdem eine Maskenpflicht. Im übrigen Handel ist nur noch Terminshopping mit negativem Test* erlaubt.

Sport ist nur noch als Individualsport mit maximal zwei Personen - oder Personen aus dem eigenen Haushalt zulässig. Ausnahmen gibt es für Kinder unter 14 Jahren. Sie dürfen zu fünft noch kontaktlosen Gruppensport betreiben.

Für körpernahe Dienstleistungen ist eine FFP2-Maske vorgeschrieben, bei Friseuren und bei der Fußpflege muss zusätzlich ein negativer Schnelltest* vorgelegt werden.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen ebenso wie die Gastronomie schließen. In der Gastronomie bleibt aber die Abholung und Lieferung von Essensbestellungen möglich.


Inzidenz über 150

Neben den bestehenden Regelungen muss der Einzelhandel schließen und auf "Click & Collect" umstellen, das heißt, Waren können bestellt und abgeholt werden. Geschäfte mit Artikeln des täglichen Bedarfs sind von dieser Verschärfung ausgenommen.


Inzidenz über 165

Bei einer länger andauernden Inzidenz über 165 müssen die Schulen grundsätzlich auf Distanzunterricht umstellen. In den Kitas gilt ab dann eine Notbetreuung.

Damit die einzelnen Stufen der Notbremse greifen, muss ein Grenzwert mindestens drei Tage in Folge überschritten sein. Jeweils ab dem übernächsten Tag tritt dann die entsprechende Verschärfung in Kraft.


RKI-Zahlen entscheidend

Damit Beschränkungen zurückgenommen werden, muss der jeweilige Grenzwert mindestens fünf Werktage in Folge unterschritten werden. Am übernächsten Tag kann dann die Lockerung umgesetzt werden.

Maßgeblich sind jeweils die vom RKI unter www.rki.de/inzidenzen veröffentlichten Grenzwerte. Das saarländische Gesundheitsministerium muss offiziell feststellen, ob ein Grenzwert über- oder unterschritten wurde.

* Hinweis: Vollständig geimpfte oder von Corona genesene Personen sind von der Testpflicht ausgenommen.

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