Symbolbild: Ein Krankenhausflur (Foto: imago images / snapshot)

Weitere Corona-Infizierte in der Bliestalklinik

Thomas Gerber   01.04.2020 | 19:24 Uhr

In der Reha-Klinik Blieskastel sind weitere zehn Patienten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Klinikleitung droht eine Strafanzeige, weil Coronaschutzmaßnahmen zu lax gehandhabt worden sein sollen. Die Konzernleitung weist die Vorwürfe zurück.

Der Saarpfalz-Kreis bestätigte dem SR die Zahl der Neuinfektionen. Damit habe sich die Gesamtzahl der infizierten Patienten auf 15 erhöht. Nach Angaben des Klinikträgers, des Offenburger Mediclin Konzerns, mussten elf Patienten in Einzelzimmern isoliert werden. Zusätzlich seien drei weitere Mitarbeiter ebenfalls mit dem Virus infiziert, so dass zwischenzeitlich fünf Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne seien.

320 Reihentests für alle Patienten und Mitarbeiter

Eine Konzernsprecherin sagte, seit Montag seien insgesamt 320 Reihentests durchgeführt worden - von allen Mitarbeitern und Patienten seien Abstriche gemacht worden. Dies habe auch für Personen ohne erkennbare Symptome gegolten. Knapp 70 Patienten hätten die Klinik verlassen und seien nach Hause fahren können - ihre Tests seien negativ gewesen. Für die verbliebenen rund 160 Patienten stünden die Testergebnisse noch aus.

Ehepaar erwägt Klage - Konzern weist Vorwürfe zurück

"Ob die Regeln nicht eingehalten worden sind, bleibt abzuwarten."
Audio [SR 3, Studiogespräch: Gerd Heger/Thomas Gerber, 02.04.2020, Länge: 04:09 Min.]
"Ob die Regeln nicht eingehalten worden sind, bleibt abzuwarten."

Nach SR-Informationen wurde zudem ein weiteres Ehepaar außerhalb der Klinik positiv auf das Virus getestet. Der 85-Jährige Mann und seine 82-Jährige Ehefrau hatten die Klinik am Samstag auf eigene Faust verlassen, da sie sich in der Klinik nicht mehr ausreichend vor einer Infektion geschützt fühlten. Das Ehepaar aus dem Regionalverband Saarbrücken befindet sich nun in häuslicher Quarantäne.

Das Paar erwägt eine Strafanzeige gegen die Klinikleitung, da Hygienevorschriften und Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien. Mediclin wies diese Vorwürfe zurück. Man sei streng nach den Vorschriften des Robert-Koch-Instituts vorgegangen und habe sich stets an die Vorgaben des Gesundheitsamts gehalten.

Einer bis sieben Infizierte in anderen Häusern

Mediclin betreibt bundesweit rund 50 Rehakliniken, Krankenhäuser und Seniorenheime. In den anderen Häusern, so die Konzernsprecherin, liege die Zahl der Infizierten zwischen einer Person und sieben Personen. Dort würden aber auch anders als in Blieskastel nicht alle Patienten und Mitarbeiter getestet, sondern nur diejenigen, die Symptome hätten.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 01.04.2020.

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