Ein hochgestellter Stuhl in einem Klassenzimmer. An der Tafel die Corona-Abstandsregeln. (Foto: picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Neue Quarantäne-Empfehlung für Schulen

mit Informationen von Stephan Deppen und Julia Berdin   10.11.2020 | 19:02 Uhr

Bei Corona-Fällen an saarländischen Schulen soll künftig nicht mehr die ganze Klasse, sondern nur noch die direkten Kontaktpersonen in Quarantäne. Das haben die saarländischen Landräte zusammen mit Saarlands Bildungsministerin beschlossen.

Wenn es in einer Klasse einen positiven Corona-Fall gab, musste bisher der ganze Klassenverband nebst Lehrer in Quarantäne. Zurzeit sind davon über 4000 Schüler und rund 500 Lehrkräfte betroffen.

Da so viele Kinder wie möglich die Chance auf einen regulären Unterricht haben sollen, forderten einige Landkreise im Saarland, die Quarantäneregeln zu verändern. Beim Treffen zwischen Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) und den saarländischen Landräten am Dienstag wurde eine Lösung gefunden.

Neue Quarantäne-Regelungen an Schulen
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 10.11.2020, Länge: 03:05 Min.]
Neue Quarantäne-Regelungen an Schulen

Bei Corona-Fällen an saarländischen Schulen soll künftig nicht mehr die ganze Klasse, sondern nur noch die direkten Kontaktpersonen in Quarantäne. Voraussetzung ist, dass der Muster-Hygieneplan an den betroffenen Schulen strikt eingehalten wird. Bei der Regelung handelt es sich um eine Empfehlung. Letztendlich entscheidet das zuständige Gesundheitsamt.

Einheitliche Linie

Alternative zur Klassenquarantäne gefunden
Audio [SR 3, Studiogespräch: Renate Wanninger/Stephan Deppen, 10.11.2020, Länge: 02:05 Min.]
Alternative zur Klassenquarantäne gefunden

In Zukunft soll zudem allein das Gesundheitsamt des Landkreises für Quarantäneanordnungen zuständig sein, dem die Schule angehört. Bei Lehrern, die nicht im selben Landkreis wie ihre Schule ansässigen waren, entschied bis jetzt das Gesundheitsamt des Landkreises, wo sie privat gemeldet waren, über die Quarantäne.

"Für den Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen und die Handlungsfähigkeit unserer Gesundheitsämter ist es elementar wichtig, dass wir heute gemeinsam zu einer landesweit einheitlichen Linie gekommen sind. Mit den bestehenden Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen an Schulen, die wir nochmals geschärft haben, haben wir die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Gesundheitsämter differenziertere Quarantäne-Anordnungen treffen können, die weniger Personen betreffen. Schulen müssen in der Pandemie ein Anker der Stabilität für Kinder und Jugendliche bleiben", sagte Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD).

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktuell um 17.00 Uhr" im SR Fernsehen berichtet.

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