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Wie verteilen sich die Corona-Fälle im Saarland?

Thomas Braun   09.04.2020 | 14:46 Uhr

Knapp ein Drittel der saarländischen Coronafälle betrifft Personen über 60 Jahren, bei Kindern wurde das Virus bislang hingegen kaum nachgewiesen. Regional am stärksten betroffen sind nach wie vor der Saarbrücker Raum und Städte, in denen es lokale Ausbruchsgeschehen in Pflegeheimen gab.

Bislang gibt es im Saarland nur 34 bestätigte Corona-Fälle bei Kindern bis 14 Jahren, davon zehn bei den 0- bis 4-Jährigen. Die meisten Fälle gibt es in der Altersgruppe der 35- bis 59-Jährigen. Fast jede dritte Infektion betrifft aber eine Person über 60 Jahren - also die Altersgruppe, für die ein höheres Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs besteht.

Corona-Fälle nach Altersgruppen im Saarland

In der Altersgruppe der Über-60-Jährigen gab es bislang auch die meisten Todesfälle. Im Regionalverband Saarbrücken zum Beispiel, wo bislang 23 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind, lag das Durchschnittsalter der Verstorbenen nach Angaben eines Sprechers bei 79,6 Jahren.

Regionale Unterschiede

Der Regionalverband ist bislang auch am stärksten von den Corona-Ausbrüchen betroffen. Hier gab es seit Beginn der Krise nicht nur den mit Abstand stärksten Anstieg der Fallzahlen, sondern auch bezogen auf den Bevölkerungsanteil die meisten positiven Tests. 234 Fälle gab es hier zuletzt pro 100.000 Einwohner - eine um 80 Prozent höhere Rate als beispielsweise im Kreis Neunkirchen.

Anstieg der Corona-Fallzahlen

Auch zwischen den einzelnen saarländischen Gemeinden gibt es deutliche Unterschiede. Nach Angaben des Regionalverbands gab es - Stand Mittwoch - beispielsweise in Püttlingen 91 bestätigte Coronafälle. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist die Rate mehr als doppelt so hoch wie in der Landeshauptstadt Saarbrücken. Ähnlich die Entwicklung in Schmelz und Perl - auch hier liegt diese sogenannte Inzidenz deutlich über dem Durchschnitt. In all diesen Orten gab es in den vergangenen Tagen und Wochen allerdings Corona-Ausbruchsgeschehen in Pflegeheimen.

Ausbreitung deutlich verlangsamt

Zwischenbilanz zu Corona-Maßnahmen
Einschränkungen bleiben weiter bestehen
Die Einschränkungen wegen des neuartigen Corona-Virus werden im Saarland auch weiter nicht gelockert. Das haben Ministerpräsident Hans (CDU) und seine Stellvertreterin Rehlinger (SPD) betont. Hans sagte, die Maßnahmen zeigten zwar eine starke Wirkung. Für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh.

Auch wenn die täglich neu hinzukommenden Fallzahlen im Saarland immer noch vergleichsweise hoch wirken, hat sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit zuletzt deutlich verlangsamt. Ministerpräsident Tobias Hans sagte am Mittwoch, die Zahlen stiegen binnen einer Woche um den Faktor 1,8 - zu Beginn der Krise hatten sich die Zahlen innerhalb einer Woche noch verachtfacht.

Zudem steigt die Zahl der Genesenen immer deutlicher an. Das saarländische Gesundheitsministerium geht davon aus, dass mittlerweile über 500 der bislang 1842 Infizierten im Saarland wieder gesund sind, das Robert-Koch-Institut schätzt die Zahl der Geheilten sogar auf mehr als 750.

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