Symboldbild mit Coronavirus und Saarlandkarte (Foto: SR/Jens Gerlach)

Breites Infektionsgeschehen in Saar-Kommunen

Melina Miller   14.01.2021 | 12:34 Uhr

Das Infektionsgeschehen im Saarland bleibt flatterhaft. Während die Sieben-Tage-Inzidenz in einigen Kommunen im Vergleich zur Vorwoche wieder gesunken ist, stieg sie andernorts stark an. Grund dafür sind unter anderem größere Ausbrüche in Pflegeheimen.

Wie schon in der vergangenen Woche liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in rund einer Handvoll der saarländischen Kommunen über 200. Nur die Namen der Spitzenreiter haben sich geändert. Eine aktuelle Analyse der Daten zeigt außerdem, dass etwas weniger Gemeinden als noch in der Vorwoche unter oder knapp um den Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegen.

Rehlingen-Siersburg führt die Statistik mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von rund 725 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aktuell an. Die sehr hohe Inzidenz lasse sich mit einem größeren Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim erklären, teilte ein Sprecher der Gemeinde mit. Dort seien seit dem Wochenende 81 Heimbewohner und 31 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Hohe Inzidenz im gesamten Kreis Saarlouis

Bereits Mitte Dezember vermeldete Rehlingen-Siersburg einen Inzidenzwert von über 400. Auch dort ließ dieser sich auf einen größeren Coronaausbruch in einem Pflegeheim zurückzuführen. Aufgrund der vergleichsweise geringen Einwohnerzahl in der Gemeinde wirken sich derartige Infektionsgeschehen stark auf die Inzidenzwerte aus.

Dass sich die gehäuften Fälle in Senioren- und Pflegeeinrichtungen stark auf die Inzidenz auswirken, zeigt sich auch am Beispiel des gesamten Landkreises Saarlouis. Die dortige Sieben-Tage-Inzidenz von aktuell 201 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liege hauptsächlich an größeren Ausbrüchen in fünf Pflege- und Senioreneinrichtungen im Kreis, erklärte ein Sprecher.

Neue Schlusslichter der Statistik

Innerhalb der vergangenen Woche halbiert hat sich dagegen der Inzidenzwert in Tholey: Hatte die Gemeinde zuletzt noch die zweithöchste Inzidenz saarlandweit, liegt sie nun mit 207 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen wieder mehrere Ränge weiter hinten. Auch hier hatte es einen Coronaausbruch in einem Pflegeheim gegeben.

Die niedrigsten Inzidenzwerte saarlandweit weisen aktuell Marpingen, Nohfelden und Gersheim auf. Dort und in zwei weiteren saarländischen Kommunen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz unter oder knapp um den vom Robert Koch Institut als kritisch markierten Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.


Inzidenzwert richtig einordnen

In unserer interaktiven Karte haben wir uns bei der Berechnung der Inzidenz an der Berechnungsweise des RKI für die Landkreise und für internationale Vergleiche orientiert. Die Fallzahlen werden dabei auf einen Wert pro 100.000 Einwohner umgerechnet und sind somit untereinander vergleichbar.

Die meisten Gemeinden im Saarland haben zwischen 10.000 und 20.000 Einwohner - der Inzidenzwert ist dort also rund fünf bis zehnmal höher als die tatsächlichen Infektionszahlen. Deshalb geben wir in der interaktiven Karte neben der Inzidenz immer auch die absoluten Fallzahlen an.

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