Das Logo des ZF-Werks in Saarbrücken (Foto: SR)

ZF und Ford schließen Grenzgänger aus

mit Informationen von Sarah Sassou   13.03.2020 | 19:22 Uhr

Bei der Firma ZF in Saarbrücken dürfen ab sofort keine Grenzgänger mehr auf das Betriebsgelände. Auch die französischen Mitarbeiter bei Ford in Saarlouis sollen ab Montag zuhause bleiben.

ZF-Unternehmensführung und Betriebsrat haben beschlossen, ab der Nachtschicht am Freitag vorerst keine Mitarbeiter aus der französischen Grenzregion einzulassen. Etwa 1000 der insgesamt 9000 Mitarbeiter sind betroffen. Der Betriebsratsvorsitzender Mario Kläs sagte, die Grenzgänger, deren Tätigkeit es zulasse, hätten die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten. Etwa 700 Produktionsmitarbeiter aus Frankreich könnten dies aber nicht. Wie sie nun bezahlt werden, sei noch nicht geklärt. Kläs betonte aber, keinem der Betroffenen solle ein finanzieller Nachteil entstehen. Den Produktionsausfall will ZF nach eigenen Angaben über Aushilfen und Zeitarbeiter auffangen - so gut es gehe.

Ford stellt auf Ein-Schicht-Betrieb um

Auch bei Ford in Saarlouis sollen rund 800 Grenzgänger ab Montag zuhause bleiben. Ein Unternehmenssprecher von Ford sagte, ein Teil der Grenzgänger könne im Home Office arbeiten. Die Produktionsmitarbeiter könnten zunächst Überstunden und Urlaub abbauen. Man arbeite aber an einer langfristigen Lösung. Um die Personalausfälle aufzufangen, werde von Zwei- auf Ein-Schicht-Betrieb umgestellt.

Unterdessen kritisiert die Vereinigung der Grenzgänger im Département Moselle den Ausschluss französischer Arbeitnehmer aus saarländischen Firmen. In einem Protestbrief fordern sie unter anderem Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) auf, gegen die Diskriminierung vorzugehen. 

Grand Est gilt als Risikogebiet

Die direkt an das Saarland grenzende Region Grand Est war am Mittwoch vom RKI zum Corona-Risiko-Gebiet erklärt worden, nachdem dort die Zahlen der Infizierten innerhalb eines kurzen Zeitraums stark angestiegen waren.


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