Corona-Teststation in Bascharage (Luxemburg) (Foto: Harald Tittel/dpa)

Wieder mehr Corona-Infektionen in Luxemburg

Axel Wagner   29.06.2020 | 20:02 Uhr

In Luxemburg steigen die Corona-Infektionszahlen wieder stärker an. Allein von Freitag bis Sonntag wurden insgesamt 80 neue Fälle registriert. Ein Großteil der Infektionen ist dabei auf eine Party zurückzuführen.

Wie das Ministerium für Gesundheit in Luxemburg dem SR auf Anfrage mitteilte, hatten drei Corona-Infizierte am 15. Juni eine Party in einer Bar im Zentrum des Großherzogtums besucht. Die Partygäste hätten sich außerdem nicht an die geltenden Empfehlungen der Regierung gehalten.

Die Folge: Bis zum 25. Juni wurde bei 24 Besuchern der Party eine Corona-Infektion festgestellt. Zwei der drei Personen, die infiziert zur Party erschienen waren, fuhren am Tag darauf auch noch zu Feiern nach Frankreich. Insgesamt konnten die Behörden bislang 193 Kontakte identifizieren.

Hinzu kommen noch Fälle in weiteren Bars, bei denen sich die Besucher nicht an die Abstands- und Hygieneregeln gehalten haben. Das Gesundheitsministerium in Luxemburg hat deshalb in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #StoptheParty eine Warn-Kampagne gestartet, die zur Einhaltung der Corona-Empfehlungen aufruft.

Interview zur aktuellen Corona-Lage in Luxemburg
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 30.06.2020, Länge: 03:06 Min.]
Interview zur aktuellen Corona-Lage in Luxemburg

Die Zahl der registrierten Infektionen in Luxemburg war zu Beginn der Pandemie stärker gestiegen als im – mit Blick auf die Bevölkerung – deutlich größeren Saarland. Der Grund dafür ist bislang nicht bekannt. Seit Mitte April etwa verläuft die Entwicklung analog, wobei jedoch die Zahl der Neuinfektionen pro Tag seit Mitte Juni wieder steigt. Luxemburgs Gesundheitsministerin Paulette Lenert sagte am Montag in einem Interview mit dem Luxemburger Sender RTL, es gebe Hinweise auf eine mögliche zweite Infektionswelle.

Um das zu verhindern, hat das Großherzogtum schon vor einigen Wochen Massentests gestartet. Dazu seien die Einwohner und Beschäftigten in kleine Gruppen eingeteilt worden, deren Mitglieder abwechselnd und regelmäßig getestet werden, sagte der Direktor des Luxemburger Gesundheitsinstituts, Ulf Nehrbass, vor zwei Wochen der dpa. „Wenn es neue Infektionen gibt, dann wissen wir sehr genau, wo es passiert, und können Ketten unterbrechen.“ An derzeit 17 Teststationen seien pro Tag bis zu 20.000 Tests möglich. Zu Beginn wurden unter anderem der wieder geöffnete Bausektor und die Beschäftigten in den Altenheimen getestet.

Am Montag registrierte das Ministerium in Luxemburg 14 Neuinfektionen. Die Zahl der positiv Getesteten im Großherzogtum steigt damit auf 4256 Personen. 110 mit Corona Infizierte sind seit Beginn der Pandemie verstorben.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja