Coronastudie (Foto: SR)

Corona-Studien noch im frühen Stadium

  11.11.2020 | 20:34 Uhr

Wie können Corona-Patienten wirksam behandelt werden? Warum verläuft die Krankheit bei dem einen mild und unauffällig – und beim nächsten lebensbedrohlich? Zahlreiche Studien weltweit wollen zu Fragen dieser Art Antworten geben. Auch die Uniklinik beteiligt sich an diesen Studien. Was ist Stand der Dinge dort?

Im Rahmen einer bundesweiten Studie werden in Homburg inzwischen drei Corona-Patienten mit dem Blutplasma von Genesenen behandelt. Diese Antikörper-Spenden sollen schwere Krankheitsverläufe verhindern. Die Capsid-Studie steht noch am Anfang – bislang ist deutschlandweit ein Drittel der erforderlichen Patienten einbezogen.

Stand der Dinge bei den Corona-Studien
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 11.11.2020, Länge: 02:42 Min.]
Stand der Dinge bei den Corona-Studien

Warum sind die Krankheitsverläufe so unterschiedlich?

Für eine Auswertung sei es deshalb noch viel zu früh, so Professor Robert Bals. „Es ist das Wichtige an Studien, dass man erst einmal Daten sammelt und dann analysiert. Jetzt vom Einzelfall auszugehen, geht in die falsche Richtung.“

Im Untergeschoss der Klinik wird auf einem anderem Gebiet zu Corona geforscht: Die Corsaar-Studie will herausfinden, warum die Krankheitsverläufe der vielen Patienten so unterschiedlich sind. Dazu werden Blutwerte analysiert und Fragebögen ausgewertet.

Bislang kaum Daten von leichten Verläufen

Bislang konnten hier Daten von über 200 Betroffenen einbezogen werden, allerdings fast nur von Patienten mit schwereren Covid-Erkrankungen. „Es ist noch ein wichtiges Ziel, dass wir Patienten einschließen, die mit einem leichten Verlauf, einem Schnupfen sozusagen, zuhause sitzen.“

Es sei „nicht ganz einfach“, an diese Menschen heranzukommen, so Bals. „Da sind wir gerade mit den Gesundheitsämtern im Gespräch, wie wir das möglichst einfach machen können.“

Besondere Sprechstunde

Seit Juni bietet Bals allen Patienten, die nach überstandener Covid-Erkrankung noch Beschwerden haben, eine besondere Sprechstunde an. Hier haben sich inzwischen etwa 150 Patienten gemeldet. Viele klagen auch Wochen nach der Infektion noch über Luftnot und Konstitutionsprobleme. Allerdings kann der Arzt hier zwar mit Nachweisen und Begleitung helfen, medizinisch aber nur wenig machen.

Derzeit werden in Homburg 21 Covid-Patienten behandelt – davon 11 auf der Intensivstation. Noch liefe es ruhig, man sei gerüstet, so Stationsleiter Jürgen Noe. „Das Team ist routinierter im Umgang mit Schutzausrüstung, hat im Umgang mit Covid-Patienten keine Angst mehr, weil keiner von uns sich angesteckt hat. Und es hat sich gezeigt, dass die Schutzausrüstung hält – auch wenn schwierige Situationen waren, wenn zum Beispiel viele Aerosole durch die Luft fliegen, durch Umtubieren von Patienten.“

Was der Corona-Winter bringt, lässt sich nicht vorhersagen – aber noch gibt sich das Team an der Uniklinik optimistisch.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 11.11.2020 berichtet.

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